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Alexander von Humboldt: „Verschiedene Beobachtungen des Hrn. O. B. Raths von Humboldt“, in: ders., Sämtliche Schriften digital, herausgegeben von Oliver Lubrich und Thomas Nehrlich, Universität Bern 2021. URL: <https://humboldt.unibe.ch/text/1800-Lettre_du_baron-04-neu> [abgerufen am 22.06.2024].

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Permalink:
https://humboldt.unibe.ch/text/1800-Lettre_du_baron-04-neu
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Titel Verschiedene Beobachtungen des Hrn. O. B. Raths von Humboldt
Jahr 1801
Ort Weimar
Nachweis
in: Magazin für den neuesten Zustand der Naturkunde mit Rücksicht auf die dazu gehörigen Hülfswissenschaften 2 (1801), S. 776–780.
Sprache Deutsch
Typografischer Befund Fraktur (Umlaute mit superscript-e); Antiqua für Fremdsprachiges; Besonderes: astronomische Sonderzeichen.
Identifikation
Textnummer Druckausgabe: II.4
Dateiname: 1800-Lettre_du_baron-04-neu
Statistiken
Seitenanzahl: 5
Zeichenanzahl: 4457

Weitere Fassungen
Lettre du baron de Humboldt (de Berlin), à Jerôme Lalande (Paris, 1800, Französisch)
Extrait d’une lettre de M. Humboldt au citoyen Lalande, renfermant des observations astronomiques, nautiques et météorologiques (Paris, 1800, Französisch)
Aus einem Briefe an Lalande (Halle, 1801, Deutsch)
Verschiedene Beobachtungen des Hrn. O. B. Raths von Humboldt (Weimar, 1801, Deutsch)
[Brief an Jérôme Lalande] (London, 1801, Englisch)
[Brief an Jérôme Lalande] (Ipswich, 1801, Englisch)
[Brief an Jérôme Lalande] (Hull, 1801, Englisch)
[Brief an Jérôme Lalande] (Chester, 1801, Englisch)
[Brief an Jérôme Lalande] (New York City, New York, 1801, Englisch)
[Brief an Jérôme Lalande] (Philadelphia, Pennsylvania, 1801, Englisch)
[Brief an Jérôme Lalande] (Boston, Massachusetts, 1801, Englisch)
[Brief an Jérôme Lalande] (Washington, District of Columbia, 1801, Englisch)
[Brief an Jérôme Lalande] (Newburyport, Massachusetts, 1801, Englisch)
[Brief an Jérôme Lalande] (Worcester, Massachusetts, 1801, Englisch)
[Brief an Jérôme Lalande] (Leominster, Massachusetts, 1801, Englisch)
[Brief an Jérôme Lalande] (Portland, Maine, 1801, Englisch)
[Brief an Jérôme Lalande] (Salem, Massachusetts, 1801, Englisch)
[Brief an Jérôme Lalande] (Staunton, Virginia, 1801, Englisch)
Extract of a letter from M. Von Humboldt to Lalande (London, 1802, Englisch)
|776|

Verſchiedene Beobachtungen des Hrn. O.B. Raths von Humboldt.

Dieſe Verſuche ſind dem B. Lalande von Hrn. v. H. in einem Schreiben aus Cumana im ſuͤdli-chen America unterm 28. Brum. d. J. 8. mitge-theilt worden und es befindet ſich ein Auszug dar-aus in No. 37 des Bulletin des ſc. p. l. ſoc.philomatique.

Hr. v. H. hatte ſchon bemerkt, daß die Locali-taͤten in der alten Welt weit mehr Einfluß aufdie Neigung, als auf die Abweichung der Magnet-nadel haben und er fand eben daſſelbe auch in derneuen als er das neue Bordaiſche Inclinatoriumin das Innere von Neuandaluſien brachte. Man |777| bemerkt keine Uebereinkunft zwiſchen den geogra-phiſchen Lagen der Oerter und den Graden der In-clination. Die Declinationen haͤngen weniger vonden Localumſtaͤnden ab. Der Gang von beydeniſt auf dem Meere am regelmaͤßigſten. Aus einermitgetheilten Tafel erſieht man, daß vom 37° derBreite die Neigungen mit einer auſſerordentlichenSchnelligkeit abnehmen und daß ſie zwiſchen 37°und 48° weniger gegen Oſten, als gegen Weſtenzunehmen. Der Hr. v. H. hat auch mit vieler Sorgfaltdie Meynungen von Franklin und Williams uͤberden Gebrauch des Thermometers zur Entdeckungder Untiefen, gepruͤft. Mit Verwunderung ſaher wie ſich das Waſſer erkaͤltete wenn ſeine Tiefeabnahm und wie ſich dadurch die Untiefen undKuͤſten ankuͤndigten. Das ſchlechteſte Weingeiſt-thermometer, wenn es nur viel Scale macht, kannin der Hand des unwiſſendſten Schiffers im Sturmund bey Nachtzeit das ſchaͤtzbarſte Werkzeug abge-ben. Die Beobachtung iſt um ſo leichter zu ma-chen, da die Temperatur des Meeres, Tag undNacht in Raͤumen von 12000 Quadratmeilen ſounveraͤnderlich bleibt, daß in 46 Tagen Seefahrtder Unterſchied nicht \( \frac{3}{10} \) Grad Reaum. betraͤgt.Sobald man aber in die Naͤhe einer Untiefe kommt,ſo iſt das Waſſer gleich um 5 bis 6 und mehr Gra- |778| de Fahrenheit, kaͤlter. Es zeigt dadurch die Ge-fahr weit fruͤher als das Senkbley, deſſen Ge-brauch uͤbrigens hierdurch keinesweges auszuſchlie-ßen iſt, an. Man kann auch nicht ſagen, daßkeine Untiefen da waͤren, wo das Therm. nichtſinkt —, aber man hat Urſach auf ſeiner Hut zuſeyn, wo es ploͤtzlich ſinkt. Hr. v. H. hat auch mit einer Waage von Dol-lond und mit Thermometern die in ein Senkbleymit Ventil eingeſchloſſen waren, Beobachtungenuͤber die Dichtheit und Temperatur des Meerwaſ-ſers an der Oberflaͤche und in der Tiefe angeſtellt.Er wird einmal eine kleine Karte davon herausge-ben. Zwiſchen Africa und Weſtindien giebt eseinen Strich Meer (ohne auſſerordentliche Stroͤ-me) wo das Waſſer viel dichter als in einer weitgroͤßern und kleinern Breite iſt. Waͤhrend des Erdbebens das am 4. Nov. 1799zu Cumana verſpuͤrt wurde, aͤnderte ſich zwar dieNeigung, aber nicht merklich die Abweichung derNadel. In entfernten Gegenden in einer primi-tiven Gebirgskette von blaͤttrigem Granit, derkeine Erſchuͤtterungen erfuhr, iſt die Neigung un-veraͤndert geblieben. Es war alſo nicht die Nadelwelche veraͤndert wurde, ſondern der kleine Punctder Erdflaͤche wo ſie beobachtet wurde. |779| Vier Wochen lang befand ſich Hr. v. H. anden Waſſerfaͤllen von Rio-Negro in einer ebenſo großen als wilden Natur und unter Indianerndie ſich von einer thonigten Erde mit Crocodilfettgemengt, naͤhrten. Er brachte 3 Mauleſel mitInſtrumenten beladen mit dahin. Die herrlichen Naͤchte in jenen Gegenden derWendekreiſe veranlaßten Hr. v. H. einige Verglei-chungen mit dem Lichte der Sterne anzuſtellen.Er bediente ſich der Herſchelſchen Methode dabeyund fand daß viele Lichtſtaͤrken ganz anders warenals ſie la Caille angegeben hatte. Wenn man dasLicht des Procyon zu dem des Sirius wie 88 zu100 ſetzt, ſo war das Licht des Canopus 98; αdes Indianers 50; α des Pfau 78; α des Centaur96; α des Kranichs 81; α des Toucan 70; Achar-nar 94; α des Phoenix 65; β deſſelben 75. In den Transact. der Soc. zu Bengalen laser, daß daſelbſt das Barometer in 24 St. ganzregelmaͤßig ſteigt und faͤllt. Hier im mittaͤgigenAmerica war dieſer Gang das Bewundernswuͤr-digſte. Es giebt 4 Abwechſelungen in 24 St. dieſich einzig auf die Attraction der Sonne beziehenund Hr. v. H. hat einige Beobachtungen daruͤbergeſammlet. Das Queckſilber faͤllt von 9 U. desMorgens bis 4 U. und ſteigt von 4 U. bis 11 U. |780| dann faͤllt es von 11 U. bis 4 U. 30 M. des fol-genden Morgens und ſteigt wieder von da bis 9 U.Vormittags. Die Winde, Gewitter, Erdbebenhaben keinen Einfluß auf dieſen Gang.