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Alexander von Humboldt: „Nachrichten aus Süd-Amerika“, in: ders., Sämtliche Schriften digital, herausgegeben von Oliver Lubrich und Thomas Nehrlich, Universität Bern 2021. URL: <https://humboldt.unibe.ch/text/1800-Nachrichten_aus_Sued-1> [abgerufen am 05.02.2023].

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https://humboldt.unibe.ch/text/1800-Nachrichten_aus_Sued-1
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Titel Nachrichten aus Süd-Amerika
Jahr 1800
Ort Gotha
Nachweis
in: Monatliche Correspondenz zur Beförderung der Erd- und Himmels-Kunde 1:4 (April 1800), S. 392–425.
Postumer Nachdruck
Lettres américaines d’Alexandre de Humboldt (1798–1807), précédées d’une Notice de J.–C. Delamétherie et suivies d’un choix de documents en partie inédits, publiés avec une introduction et des notes par le E.T. Hamy, Paris [1905], S. 35–47. [frz. Übersetzung].

Alejandro de Humboldt. Cartas americanas. Compilación, prólogo, notas y cronología Charles Minguet. Traducción Marta Traba, Caracas 1980, S. 21–29. [span. Übersetzung].

Alexander von Humboldt, Briefe aus Amerika 1799–1804, herausgegeben von Ulrike Moheit, Berlin: Akademie 1993, S. 47–56.
Sprache Deutsch
Schriftart Antiqua
Identifikation
Textnummer Druckausgabe: II.5
Dateiname: 1800-Nachrichten_aus_Sued-1
Statistiken
Seitenanzahl: 34
Zeichenanzahl: 56266

Weitere Fassungen
Nachrichten aus Süd-Amerika (Gotha, 1800, Deutsch)
Alexander von Humboldt’s neuere physikalische Beobachtungen im spanischen Amerika (Halle, 1800, Deutsch)
Nachrichten aus Sud-Amerika, aus zwey Schreiben des König. Preuss. Oberberg-Raths Alexander von Humboldt (Paris, 1800, Französisch)
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Nachrichten aus Süd-Amerika.Aus zwey Schreiben des königl. Preuß. Ober-Berg-Raths Alexander von Humboldt.


Eine Spaniſche Brigantine aus Cadix, die ſeit die-ſem Morgen hier vor Anker gekommen iſt, verſchafft
*) Hauptſtadt von Neu-Andaluſien in Tierra firme, ſonſtauch Caſtilla d’oro genannt, und der Sitz des Gouverneursder Provinz Cumana, welche eine der neun Provinzen derSpaniſchen Beſitzungen in Tierra firme iſt. Dieſer Theilvon Süd-Amerika, von Cumana bis Cabo de la Vela, in ei-nem Bezirk von 140 Seemeilen, iſt von Deutſchen Colo-niſten, welche die Augsburger Patricier Welſer dahin ge-ſchickt haben, zuerſt bewohnt und bebaut worden. Carl V ertheilte ihnen im J. 1525 die Rechte Spaniſcher Untertha-nen, und die Freyheit, Handel zu treiben. Ihre Pflanzſtädteſind aber nicht lange beſtanden, und erhielten hernach den Na-men Venezuela, welches jetzt eine der Provinzen am Mara-caybo-See ausmacht.Der unſterbliche Linné ſchickte ſeine Schüler in alleTheile der Welt aus; er hatte Kalm nach Canada, Osbeck nach China, Haſſelquiſt nach Aegypten, Toren nach Surate, Montin nach Lappland geſchickt. Nach Süd-Amerika warnoch kein Naturforſcher gekommen. Durch den k. Spani-ſchen Ambaſſadeur am Schwediſchen Hofe, Marquis Grimaldi, und den damahligen Spaniſchen Staatsminiſter Carjaval be-wirkte Linné, daß der König von Spanien im Jahr 1754einen Schweden, einen ſeiner Schüler, Peter Loeffling,
|393| mir die angenehme Gelegenheit, Ihnen ein Lebens-zeichen von mir zu geben, und einige Nachrichten
mit dem Titel eines k. Span. Botaniſten und einem Jahrge-halt von 10000 Reales de Vellon und 20000 Realen Reiſeko-ſten, mit einer Geſellſchaft anderer Gelehrten, worunterein Oeſtreichiſcher Jeſuit, Namens Haller, als Aſtronom,nach Süd-Amerika, und zwar nach Cumana ſchickte. Diesiſt demnach der erſte Europäiſche Naturforſcher, der in die-ſe merkwürdigen Süd-Amerikaniſchen Provinzen einge-drungen iſt, und etwas von ihren Schätzen der gelehrtenWelt bekannt gemacht hat. Er ſtarb aber ſchon zu Anfangedes Jahrs 1756 auf einer Reiſe ins Innere des Landes in derMiſſion Merercuri. Linné gab Loeffling’s Reiſe, (welchemeiſt aus ſeinen Briefen und aus Pflanzen-Verzeichniſſenbeſtehet) im J. 1758 in Schwediſcher Sprache heraus. Dr. Alex. Bernh. Kölpin, der medicin. Facultät in GreifswaldeAdjunct und Aufſeher des botaniſchen Gartens, gab ſie imJ. 1766 zu Berlin und Stralſund in einer Deutſchen Ueber-ſetzung heraus.Von dieſem öſtlichen Theile des nördl. Span. Süd-Amerika iſt uns noch wenig bekannt geworden; denn der berühmte Don Antonio de Ulloa, und die Franzöſiſchen Academiker, Condamine, Bouguer und Godin, haben mehr den weſtli-chen Theil, um Carthagena, Portobello, vorzüglich Peru und Louiſiana bereiſt und geographiſch-naturhiſtoriſch be-ſchrieben. Was aus einem Deutſchen, Namens NicolausHortsmann, ( Hornemann’s Landsmann, aus derſelben Stadt Hildesheim gebürtig) aus ſeiner Reiſebeſchreibung und ſei-nen Landkarten, wovon er La Condamine in Para einen Aus-zug mitgetheilt hat (Relation abregée d’un voy. fait dansl’Inter. de l’Amer. merid. par de La C. Maſtricht 1778 p.127) geworden iſt, können wir nicht ſagen. Auch derMiſſionar Gilii, (von welchem wir ſogleich mehr ſagenwerden,) erwähnt ſeiner in ſeiner Beſchreibung von Süd-
|394| von meinen Arbeiten mitzutheilen. Ich muß dieſesum ſo eiliger thun, da ich eben im Begriff bin, mor-
Amerika. Er war bis an den Rio bianco, wie ihn die Por-tugieſen nennen, (die Eſſequebo-Holländer geben ihm denNamen Parima) gekommen. Gilii glaubt, daß noch keinSpanier ſo weit hinauf gekommen wäre. Inzwiſchen ha-ben wir doch in neuern Zeiten einige Beſchreibungen die-ſer öſtlichen Provinzen durch einige Spaniſche Miſſionareerhalten, welche, wenn ſie auch nicht mit den gehörigen,gelehrten und wiſſenſchaftlichen Vorkenntniſſen abgefaßt ſind, doch hier und da einen topographiſchen Gewinn ge-ben, und viel wiſſenswürdiges über die Eigenthümlichkei-ten dieſer Provinzen, und über die Sitten und Lebensartihrer Einwohner und der Wilden, unter denen ſie lebten,enthalten. Von dieſer Art iſt die von dem Spaniſchen Miſ-ſionar P. Caulin, auf königl. Befehl und Koſten im J. 1779in klein Folio herausgegebene Hiſtoria corographica naturaly Evangelica de la nueva Andaluſia, Provincias de Cumana,Guajana, y Vertientes del Rio Orinoco por el M. R. P. Cau-lin, dos vezes Provinzial de las obſervantes de Grenada. DieVertreibung der Jeſuiten aus dem Spaniſchen Amerika hatfür die Erdbeſchreibung den unerwarteten Nutzen gehabt,daß einige Glieder dieſes aufgehobenen Ordens in Deutſch-land und Italien ihre Bemerkungen über verſchiedene, ent-weder gar nicht, oder doch nur wenig bekannte Gegendender neuen Welt mitgetheilt haben. So hat der Abbate Phi-lip. Salvator Gilii zu Rom im J. 1782 in drey Bänden 8herausgegeben: Saggio di Storia naturale, civile, e ſacra deRegni, e delle Provincie Spagnuole di Terra ferma nell Ame-rica meridionale. M. C. Sprengel hat 1785 in Hamburg bey Bohn einen Auszug daraus herausgegeben: Nachrichten vomLande Guiana, dem Oronoco-Fluß und den dortigen Wil-den... kl. 8. Eben meldet mir auch der, mit der Spani-ſchen Litteratur ſo vertraute Chr. A. Fiſcher aus Dresden,
|395| gen eine Reiſe in das Innere des Landes, in die Ge-birge von Caripe und Carupano anzutreten, wo, erſtvor vier Tagen, eilf ſehr heftige Erderſchütterungenwaren. Von da werde ich mich in das Innere von Paria, in die Miſſions-Anſtalten der Capuziner be-geben, wo Pflanzen, Berge, Felſen, beſonders aberdie Menſchen, friedliche Indianer und Cariben, in-tereſſante Gegenſtände ſind, die ſich einem Naturfor-ſcher nur darbieten können.
Hier bin ich nun ſeit zwey Monaten in einemandern Welttheile, in Tierra firme von Süd-Amerika,und genieße mit meinem Reiſegefährten, Bonpland, einem unermüdeten Naturforſcher, der vollkommen-ſten Geſundheit. Ich habe hier, Dank ſey es derGnade Ihrer beyden Majeſtäten, dem Könige und derKönigin von Spanien, welche mich in Madrid aufdas huldreichſte aufgenommen haben, die erwünſch-teſte und günſtigſte Aufnahme gefunden. Durch dieGüte des Miniſters D. Mariano Urquijo habe ich michder ausgezeichnetſten Unterſtützung zur Beſchützungund Beförderung meiner Arbeiten zu erfreuen. Diemeiſten meiner aſtronomiſchen Inſtrumente, Uhren,Barometer, Thermometer, Hygrometer, Electrome-ter, Eudiometer, Magnetometer, Cyanometer, Com-
daß nun das 78 und 79 Heft des Viagero univerſal (A. G. E.III B. S. 415) in Madrid herausgekommen ſey, welches dieBeſchreibung von Mexico und eine Darſtellung des Han-dels von Neu-Spanien enthält, ſo wie das 76 Heft eine Be-ſchreibung von Californien, die nach den neueſten Nach-richten verfertiget ſeyn ſoll. Nachrichten von dieſen Län-dern erſcheinen bisweilen auch in dem Correo mercantil deEspanna y de ſus Indias. v. Z.
|396| paſſe, Abweichungs- und Neigungs-Nadeln u. ſ. w.ſind glücklich angekommen, und in immerwährenderThätigkeit.
Wir haben ſchon eine große Menge Pflanzen,Inſecten, Muſcheln geſammelt; ich habe viel ge-zeichnet, und mich auch vorzüglich mit Zerlegungder Luft beſchäftiget. Ihre Reinigkeit zur See (im12 bis 13 Grade nördl. Breite) geht bis auf 0,301 (Sau-erſtoff) Oxygéne, beſonders in den Nächten. Aufdem Gipfel des Pic von Teyde *) (ich war faſt im
*) So wird auch der Pic von Teneriffa von den Einwohnerndieſer Inſel genannt. Die alten Einwohner der CanariſchenInſeln, Guanches, nannten die Hölle in ihrer Sprache Echeyde, und ſetzten ihren Sitz in den Abgrund dieſes bis-weilen feuerſpeyenden Berges, daher der Name Teyde. DieMauren nennen ihn Elbar, die Spanier und Portugieſen Picode Terraira. Die Höhen dieſes berühmten Berges werdenſo verſchieden angegeben, als es verſchiedene Reiſende ge-geben hat, welche ihn beſtiegen und gemeſſen haben. DerFranz. Minorite P. Feuillée hatte im J. 1724 ſeine Höhe zu-erſt ſowol mittelſt einer trigonometriſchen Meſſung, alsauch mit dem Barometer beſtimmt, Mem. de l’Acad. 1746p. 147; letzte ſoll nach ſeiner Beobachtung 10 Zoll 7 Linienniedriger auf dem Gipfel des Berges, als an der Meeres-fläche geſtanden haben. Hieraus berechnete er die Höhe2213 Toiſen. Caſſini findet nach ſeiner Berechnungs-Art2624 T. und nach den Mariotte’ſchen Geſetzen nur 1686 T.(Mem. de l’Acad. 1733 p. 45). Nach Bouguer würde es2062 T. betragen. Der Span. Ingenieur Don Manuel Her-nandez, welcher einige Jahre auf dieſer Inſel zugebracht,hat ſeine Höhe im J. 1742 gemeſſen, und 2658 \( \frac{3}{4} \) T. befunden.Dr. Heberden gibt dieſe Höhe, welche er ſelbſt gemeſſenhat, zu 2405,6 T. an. (Phil. Tranſ. Vol. XXVII p. 356).
|397| Krater, und wir haben da eine Nacht auf einer Höhevon 1700 Toiſen zugebracht) hielt der Luftkreis
Borda hat ihn wol am ſorgfältigſten trigonometriſch be-ſtimmt, und 1904 T. gefunden (Voyage fait par ordre duRoi en 1771 et 1772 par Verdun de la Crenne, Borda, Pin-gré 1778 Tom. I. Supplem. p. 379). Wir wiſſen dahernicht, warum Hofr. Lichtenberg in ſeiner Erxleben’ſchenNaturlehre, ſechſte Ausgabe, Göttingen 1794 S. 662 die Hö-he dieſes Berges nach dem Ritter Borda zu 1931 T. angege-ben hat. In dem neueſten Annuaire de la Rep. franc. par leBureau des Long. (1799) wird dieſe Höhe noch immer nach Borda zu 1904 Toiſ. oder 3710 Meter geſetzt. Auf LaPerouſe’s Reiſe um die Welt beſtiegen mehrere Officiere undGelehrte dieſer Expedition den Pic den 30 Aug. 1785. DeLamanon machte barometriſche Beobachtungen, und fandden Barometerſtand auf dem Gipfel 18 Zoll 4,3 Linien, denThermometer + 9° R. An der Meeresfläche bey St. CroixBarom. 28 Z. 3 L. Therm. 24,°5 R. (Voy. de la PérouſeTom. II p. 21). La Pérouſe berechnet die Höhe nicht, ſon-dern überläßt es einem jeden, ſie nach einer beliebigen Hy-potheſe zu berechnen. Wir haben ſie nach der Sauſſure’-ſchen harmoniſchen Progreſſion der Wärme, und nach den Oriani’ſchen Formeln berechnet, welche wir im II Bandeder A. G. E. S. 302 mitgetheilt haben. Hiernach ergibt ſichdie Höhe des Pic nach De Luc 1856,5 Toiſen, nach Schuck-burgh 1893,2 T., nach Roy 1889,4 T. Die Höhe nach Schuckburgh ſtimmt am nächſten mit Borda’s Meſſung, undweicht davon nur 11 Toiſen ab. Man kann demnach mitziemlicher Zuverläſſigkeit die Höhe des Pics von Teneriffa zu 1900 Toiſ. annehmen; eine größere Genauigkeit dürfteſchwerlich zu erwarten ſeyn. Der Ingenieur-Capitain DeMonneron, welcher La Pérouſe begleitete, wollte die nochnicht verſuchte Methode des Nivellirens anwenden; er hatteſie beynahe zu Stande gebracht, als er ſie wegen ſeiner Füh-
|398| nicht mehr als 0,194 Oxygene. *) Wir haben auf die-ſer Höhe, beym Aufgange der Sonne, eine ſehr ſon-derbare Erſcheinung von Strahlenbrechung geſehen.Wir glaubten anfänglich, daß der Vulkan von Lan-cerotte Feuer ſpeye. Wir ſahen Licht-Funken, wel-che nicht nur ſenkrecht auf und ab, ſondern auchhorizontal 2 bis 3 Grad hin und her flogen. Es wa-ren Sterne, deren Licht, wahrſcheinlich durch vonder Sonne erwärmte Dünſte verſchleyert, dieſeſchnelle und wunderbare Bewegung des Lichts her-vorbrachten. **). Die Horizontal-Bewegung hörtebisweilen auf.

rer und Maulthiertreiber aufgeben mußte. (Man ſehe LaPerouſe’s Reiſe II Vol. p. 23). Sir Georg Staunton in ſei-ner Beſchreibung von Macartney’s Geſandſchafts-Reiſe nachChina (London 1797 p. 113) führt an, daß ein EngliſcherKaufmann in Madeira, Namens W. Johnſtone, der Wiſſen-ſchaften liebt und treibt, und die ganze Inſel Madera geo-metriſch aufgenommen hat, auch den Pic von Teneriffa geo-metriſch gemeſſen, und 2023 Engl. Fathoms hoch gefun-den habe; dies betrüge nur 2 Pariſer Fuß weniger, als1899 Franz. Toiſen, folglich bis auf 4 Fuß daſſelbe Reſul-tat, welches wir oben als arithmet. Mittel geſetzt haben. v. Z. *) Landriani fand die Luft um den Veſuv immer ſchlechter,je näher er dem Krater kam. Ingenhouß fand die Seeluftdurchgängig beſſer, als die Landluft. Ueberhaupt lehrenuns die angeſtellten Verſuche, daß die über heiße und dür-re Landſtriche kommenden Winde die Luft verſchlimmern,dagegen jene Winde, welche über einen großen Theil derfaſt immer in Bewegung ſtehenden See ſtreichen, ſie merk-lich verbeſſern. v. Z. **) Schon Virgil beſchreibt dieſe Erſcheinung: GeorgiconLib. I v. 365.
|399| Ich beſchäftige mich jetzt ſehr mit dem Problem,warum die Strahlenbrechung in dem heißen Erd-Gürtel geringer, als bey uns iſt. Die Hitze kannnicht allein die Urſache hiervon ſeyn; die Hygrome-trie ſpielt dabey eine große Rolle, und ich glaube,daß die große Feuchtigkeit dieſes Erdſtriches dieStrahlenbrechung vermindere *). Die Dünſte haben
Saepe etiam ſtellas, vento impendente, videbisPraecipites coelo labi, noctisque per umbramFlammarum longos a tergo albeſcere tractus. v. Z. *) Allerdings iſt die Feuchtigkeit des Dunſtkreiſes bey derStrahlenbrechung mit im Spiele. Alles hängt, wie Dr. Kramp in ſeiner vortrefflichen Analyſe des Refractions aſtro-nomiques et terreſtres. Strasburg 1799. gezeigt hat, von der ſpecifiſchen Elaſticität der Luft ab, und dieſe iſt ſelbſt eineFunction der Wärme und der Feuchtigkeit zugleich. Aber,wie ſollen wir die letzte meſſen, da wir noch keine Hygro-meter haben? Watt’s Verſuche haben uns gelehrt, daß hy-groskopiſche Körper, Federkiele, Haare, Fiſchbein, ſelbſtim Waſſerdampfe Trockenheit zeigen, wenn er nur durchdie nöthige Wärme im elaſtiſchen Zuſtande erhalten wird.Auf dieſem Wege werden wir daher ſchwerlich zu der fürdie Refraction ſo nöthigen Kenntniß der ſpecifiſchen Elaſti-cität der Luft gelangen. Dr. Kramp hat daher einen andernWeg eingeſchlagen; er hat einen neuen Dichtigkeitsmeſſer(Manometer) erfunden, welcher auf der Stelle und in je-dem Augenblicke das Verhältniß der Dichtigkeit der Luftzu der des Queckſilbers angibt. Wenn man die Barometer-Höhe durch die Dichtigkeit dividirt, ſo hat man ſogleichdie ſpecifiſche Elaſticität der Luft für alle mögliche Fälle.Es iſt zu wünſchen, daß Dr. Kramp dieſes allen Phyſikern,und vorzüglich Aſtronomen unentbehrliche Inſtrument,ſeinem Verſprechen gemäß, ſo bald als möglich, bekannt
|400| Einfluß auf die Licht-Bahn, und das Licht (Licht ohne Wärme) hat hinwieder auf die Beſtandtheile unddie Zerſetzung des Waſſers ſeinen Einfluß. Nur LaCaille hat am Vorgebirge der guten Hoffnung dieStrahlenbrechung ziemlich groß gefunden; ſolltedie Luft in Afrika etwa trockner ſeyn? Vielleichtkann ich dieſes ſelbſt unterſuchen, da ich über diePhilippinen, Canton, und das Cap nach Europazurückzukehren gedenke. Indeſſen ſammle ich eineMenge Refractions-Beobachtungen aller Art, himm-liſche, terreſtriſche, horizontale, u. ſ. w. Auch zurSee habe ich viele ſolche Beobachtungen zwiſchenden Canariſchen Inſeln S. Clara, Allegranza, Roccadel’ Eſte angeſtellt. Ich habe die Sonne und Sterneauf einer Höhe von drey Graden beobachtet und nureine ſehr geringe Strahlenbrechung gefunden. Ichhabe überhaupt bemerkt, daß die Refraction auf der
machen möge. Ein merkwürdiges Reſultat müſſen wir nochaus D. Kramp’s Werke anführen: daß er aus Bouguer’s und Condamine’s Refractions-Beobachtungen in Peru, ſo wie ausſeiner Theorie gefunden hat, daß die ſpecifiſche Elaſticitätder Luft in dieſem heißen Erdſtriche, vom Horizont anbis zu den größten Höhen der Atmoſphäre, merklich undbeſtändig dieſelbe bleibt; und daß man faſt als eine ausge-machte geometriſche Wahrheit annehmen könne, daß inder Diſpoſition der atmoſphäriſchen Luftſchichten keinemögliche Miſchung von Gas-Arten, Dünſten, heterogenenFlüſſigkeiten, dieſe zwey großen Geſetze der Natur verän-dern und modificiren könne: nämlich, 1) Die Dichtigkeitder Luft bleibt dem Gewichte, das ſie zuſammendrückt, immerproportionell; und 2) ihre Brechbarkeit ſteht immer im Ver-hältniß mit ihrer Dichtigkeit. Es iſt zu bedauern, daß v. Humboldt von dem Kramp’ſchen Manometer vor ſeiner Ab-reiſe keine Kenntniß haben konnte. v. Z.
|401| See nicht ſo groß iſt, als man gemeiniglich annimmt;es kommt meiſtens darauf an, ob die Dünſte gleich-förmig im Dunſtkreiſe vertheilt ſind. Hier in Cumana meſſe ich alle Tage, mit einem vortrefflichen Engli-ſchen Quadranten von Bird, den ich in Madrid von Megnié gekauft habe, die Höhe eines Berges von den Cordilleren, Tataraqual genannt. Der Winkel iſt nur3° 4′ und doch iſt bis jetzt die Strahlenbrechung nichtüber 32″ gegangen *). Die Entfernung des Tataraqual, welche ich mittelſt einer großen Standlinie, auf demStrande gemeſſen, gefunden habe, beträgt 27300 Meter.
Zur See hat mich auch die Temperatur des Oceansund deſſen ſpecifiſche Schwere viel beſchäftiget,welche ich mit einer vortrefflichen Dollond’ſchen Wage beſtimmt habe. Franklin ’s und Jonathan Wil-liams’s Idee, mit dem Thermometer zu ſondiren, iſtein eben ſo ſinnreicher als glücklicher Gedanke undwird mit der Zeit für die Schiffahrt ſehr wichtig wer-den. Das Waſſer wird auf den Untiefen 4 bis 5 Graddes Fahrenheitſchen Therm. kalt, in einer Breite von
*) Soll wol heißen: Die größte Veränderung der Strahlen-brechung ſey nicht über 32″ gegangen, denn die Wirkungder Strahlenbrechung ſelbſt mag wol über 12 Min. betragenhaben. Inzwiſchen haben doch Bouguer in Peru, und LeGentil in Pondichery die Veränderung der Horizontal-Re-fraction 4 bis 5 Min. ſtark gefunden; letzter fand ſie auchin Renneville, an der Küſte der Normandie, faſt eben ſogroß. Unter einem ſo ſchönen Himmel und reinen Meeres-Horizont, wie in Süd-Amerika, wäre zu wünſchen, daß v. Humboldt die Veränderungen der Horizontal-Refractionnach der von Le Monnier in den Pariſer Mem. 1766 S. 608vorgeſchlagenen Methode beobachten möchte. In den tro-piſchen Ländern wären die hellglänzenden Planeten, wiez. B. Venus, Jupiter, beſonders geſchickt dazu. v. Z.
|402| 17 bis 18 Grad. Es gibt einen Streifen im Weltmeer,wo das Waſſer ſpecifiſch dichter iſt, als etwas weiternach Norden, oder nach Süden; da gibt es aber auchkeine Strömungen (Courrans). Ich habe viele Ver-ſuche zu Schiffe mit Hadley’ſchen Spiegel-Sextantenangeſtellt. Ich habe einen 8zolligen von Ramsden mit ſilbernem Limbus, worauf die unmittelbare Thei-lung von 20 zu 20 Sec. geht. Dann habe ich einenSextanten von Troughton von 2 Zoll, den ich nurden Sextant à Tabatière nenne; es iſt unglaublich,was man mit dieſem kleinen Inſtrumentchen ausrich-ten kann. Einzelne Sonnen-Höhen damit genom-men, wenn die Sonne durch den erſten Vertical geht,geben die Zeitbeſtimmung bis auf 2 oder 3 Sec. ge-nau. Wenn dieſe Genauigkeit Zufall iſt, ſo mußman doch bekennen, daß dieſe Zufälle ſich ſehr häu-fig ereignen. Ich habe ein ordentliches aſtronomi-ſches Tagebuch gehalten, und ſo oft es die Witte-rung und die Meeresſtille erlaubten, Breiten- undLängen-Beſtimmungen des Schiffes, oder der Lan-dungsplätze gemacht, die Neigung der Magnet-Nadelauf dem neuen Borda’ſchen Inſtrumente beobachtet,welches eine Sicherheit von 20 Minuten in der Beob-achtung gewährt. Hier theile ich Ihnen meine damitzur See angeſtellten Beobachtungen mit.
Breite Längeweſtlichvon Pa-ris magneti-ſche Nei-gung magnetiſcheKraft durchdie Oſcilla-tionsmengein e. Zeitm.ausgedrückt
G
38° 52′ 16° 20′ 75, 18 24, 2
32 15 17 7 71, 50 — —
25 15 20 36 67, 0 23, 9
21 36 25 39 64, 20 23, 7
14 20 48 3 58, 80 — —
12 34 53 14 50, 15 23, 4
10 59 61 23 46, 40 22, 9
|403| Vom 14 Grade der nördl. Breite an nehmen die Nei-gungen ſehr ſchnell ab *). Längen und Breiten ſindnach der alten, die magnet. Neigung nach der neuenGrad-Eintheilung angegeben. Hier in Cumana habeich dieſe Neigung 44,G 20 gefunden, und die Anzahlder Oſcillationen der Nadel in einer Minute Zeit= 22,9. Die Abweichung der Magnet-Nadel im Oc-tober 1799 4° 13′ 45″ nach Oſten. Ich weiß nicht,ob Ihnen mein Brief aus Spanien, den ich Ihnen vormeiner Abreiſe nach Süd-Amerika geſchrieben habe,zugekommen iſt, worin ich Ihnen mehrere magne-tiſche Beobachtungen, in Spanien angeſtellt, mitge-theilt habe; auf alle Fälle ſetze ich die Reſultate noch-mahls her **).
*) Dieß beſtätigen auch ältere Beobachtungen vom J. 1776.Man ſehe Tib. Cavallo. Abhandl. der Lehre vom Magnetder Deutſch. Ueberſetz. Leipzig 1788 S. 40. La Pérouſe warin ganz anderen Längen geſegelt, als die Span. Fregatte le Pizarro, auf welcher v. H. war; daher laſſen ſich ſeine mag-netiſchen Beobachtungen mit jenen nicht vergleichen. LaManon bemerkt in einem Briefe an Condorcet, daß er den Aequator der magnetiſchen Neigung den 8 Octob. 1785 um8 Uhr früh in 10° 46′ ſüdl. Breite und 25° 25′ weſtl. Längevon Paris beobachtet habe; das heißt, die Neigung derMagnet-Nadel war auf dieſem Erdpunct ganz 0,°0, die Ab-weichung 5° 50′ weſtl. v. Z. **) Dieſer Brief iſt uns richtig zu Händen gekommen, undwir haben ſeinen intereſſanten Inhalt den Leſern unſererA. G. E. im IV B. S 146 bereits mitgetheilt, wo auch S. 150die in Spanien angeſtellten magnetiſchen Beobachtungen,von denen hier die Rede iſt, angeführt werden. Allein ingegenwärtigem Briefe finden wir zwey Spaniſche Beobach-
|404| Mein Chronometer von Louis Berthoud, Nr. 27,der viel auf Reiſen geweſen iſt, und deſſen Genauig-keit Borda wohl kannte, hat ſeinen ſehr gleichför-migen Gang beybehalten. Thulis hat ihn in Marſeille18 Tage, mittelſt des Paſſagen-Inſtruments auf derSternwarte der Marine, ſehr fleißig beobachtet, undſeinen Gang in dieſer Zeit bis auf \( \frac{1}{3} \) Sec. gleichförmigbefunden. In einem ganzen Monat ging ſeine größteAnomalie nicht über 1\( \frac{1}{2} \) Sec. *). Ich halte nun durchcorreſpondirende Sonnen-Höhen, welche ich mitmeinem Bird’ſchen Quadranten nehme, ein Regiſterſeines Ganges, (mein Borda’iſcher Kreis, und derTheodolit ſind noch in Europa); ich erfahre dadurchnicht nur ſeinen fortgeſetzten guten Gang, bis auf0,″5 genau, ſondern habe mich auch davon auf derReiſe, durch die gute Übereinſtimmung der Längenüberzeugen können, die mein Chronometer von ſol-chen Orten angegeben hat, die bereits ſehr gut be-ſtimmt waren, wie z. B. Teneriffa, die Land-Spitzevon Tabago, La Trinidad u. a. m. Zu Ferrol in Spanien habe ich die Länge dieſesSee-Hafens mit dieſem Chronometer 42′ 22″ in Zeitweſtl. von Paris gefunden; Teneriffa (Mole St. Croix) 1 St 14′ 25″ Tabago; (Pointe des Sables) 4 St 12′ 32″.
tungen mehr, welche in jenem nicht angezeigt waren,und die wir hier nachholen; nämlich, in Ferrol Neigungder Nadel 76,°15; in Medina del Campo 73,°50. Auch fin-den wir in dieſem Briefe die Neigung in Marſeille zu 72°,40, in jenem zu 72,°14 angegeben; wir können nicht ent-ſcheiden, welches die rechte Leſe-Art iſt. v. Z. *) Dieſes Regiſter ſeines Ganges ſehe man im IV B. unſerer A. G. E. S. 153. v. Z.
|405| Da mein Chronom. nach Madrider mittlerer Sonnen-Zeit läuft, ſo ſind alle meine Längen mit MadriderZeit gemacht und 24′ 8″ Meridian-Differenz aufParis gebracht worden. Wenn dieſe ſich nach neuerenUnterſuchungen, mit welchen ſich Chaix auf Befehldes Staats-Miniſters Urquijo beſchäftiget, etwas ver-ändern ſollte; ſo müſſen auch alle meine Längen hier-nach geändert und verbeſſert werden *). Ich habeauch ſchon gefunden, daß ſich der tägliche Gang mei-nes Chronometers in dieſem heißen Erdſtriche etwasgeändert, und ſeine Verſpätung um anderthalb Se-cunden täglich zugenommen hat. Es iſt auch bey ei-ner ſolchen Hitze kein Wunder, wo man ſich dieFinger bey Berührung der metallenen und der Sonneausgeſetzten Inſtrumente verbrennt. Es iſt dahermöglich, daß meine, auf der Reiſe beſtimmten Län-gen, etwas zu klein ausgefallen ſind; allein ich glaubees nicht, weil die Kühlung zur See doch immer großgenug war, meiſt 18° Réaumur unter dem 12 Gradeder Breite. Übrigens führe ich meine Regiſter überden Gang des Chronometers, ſammt allen dazu gehö-rigen Beobachtungen, Tag vor Tag in größter Ord-nung, ſo daß, wenn ich auch umkomme, und nurmeine Papiere gerettet werden, man in Europa meine
*) Nach der zu Ferrol den 21 Oct. 1793 beobachteten Bede-ckung Aldebarans wäre ſeine Länge nur 42′ 10,″5 (A. G. E.I B. S. 285) nach Herrera 42′ 27″. Teneriffa nach Verdun, Borda und Pingré 1 St 14′ 24″, nach La Perouſe und Dage-let 1 St 24′ 26″, Tabago nach Chabert 4 St 12′ 36″. Obigezum Grunde gelegte Madrider Länge iſt nach den neueſtenUnterſuchungen (M. C. I B. S. 235) nur um eine Secundegrößer. v. Z.
|406| Reſultate wird prüfen, nachrechnen, nach Gutdünkenund beſſern Einſichten verbeſſern können. Indeſſenhabe ich mit vieler Geduld und Fleiß folgende Beſtim-mungen gemacht, welche ich für ſehr genau halte. Inder That, es gehört himmliſche Geduld dazu, um beyeiner ſolchen Hitze aſtronomiſche Beobachtungen mitGenauigkeit und con amore anzuſtellen! Sie ſehen in-zwiſchen, daß mir dieſe drückende Hitze dennochnichts von meiner Thätigkeit benommen hat.
weſtl. Läng.v. Paris inZeit nördl. Br.
Cumana Stadt, Schloß v. St. Anton . 4 St 26′ 4″ 10° 27′ 37″
Cabo N. Oſt von Tabago .... 4 11 10 ...
Cabo Macanao auf der Inſel St. Marguerita 4 26 53 ...
Punta Araya, Batterie des neuen Salzwerkes 4 26 22 ...
Isla Coche, das öſtliche Vorgebirge . 4 24 48 ...
Bocca de Dragos ..... 4 17 32 ...
Cabo de 3 puntas ..... 4 19 38 ...
Die Breite von Cumana habe ich durch viele Son-nen-Beobachtungen und durch die beyden Sterne βund γ im Drachen mit dem Bird’ſchen Quadrantenund Ramsden’ſchen Spiegel-Sextanten beſtimmt. Von Punta Araya aus habe ich mittelſt einiger Triangel Macanao trigonometriſch beſtimmt, und die Länge4 St. 26′ 41″ gefunden; ich traue aber der aſtrono-miſchen Beſtimmung mehr zu. Isla Coche habe ichauch nur von weiten durch Dreyecke beſtimmt. Diealten Karten, z. B. die von Bonne, welche er zu Raynal’s Hiſt. philoſ. et polit. du commerce de deuxIndes entworfen hat, ſind beſſer als die neuern,welche die Seefahrer in die größten Gefahrenbringen können. Wir ſelbſt ſind mit unſerer könig-lichen Fregatte le Pizarro in dieſe Gefahr gera-then, indem wir der neuen Seekarte des AtlantiſchenWeltmeers vom J. 1792 gefolgt ſind, welche ſonſt in |407| andern Theilen recht gut und allgemein im Gebrauchiſt. Dieſe Karte ſetzt z. B. die Inſel Tabago, weſtlich von Trinidad, (Punta de la Galera) da ſie doch öſt-lich davon liegt. Cumana liegt darauf in 9° 52′nördl. Breite, alſo über einen halben Grad falſchund zu weit nach Süden. Das weſtliche Vorgebirgevon der Inſel Marguerita liegt da, wo das öſtliche lie-gen ſollte, u. ſ. w. Nichts iſt indeſſen den Seefah-rern wichtiger, als die richtige Lage von der Puntade la Galera auf Trinidad und von Tabago; denn daserſte Land von Amerika, das die aus Europa kommen-den und nach Caracas und den Inſeln unter demWinde beſtimmten Schiffe zu Geſicht bekommen, ſinddieſe Inſeln. Das geringſte Verſehen kann ſie denCanal zwiſchen Trinidad und Tabago verfehlen ma-chen, und ſie in die Bocca de Dragos führen. Inzwiſchen iſt auch auf der Bonne’ſchen Karte die Punta de la Galera unrichtig verzeichnet: auf die nord-öſtliche Spitze, und nicht auf die ſüdöſtliche, wie aufder Karte ſteht, muß dieſes Vorgebirge zu liegen kom-men. *) Die Spaniſchen Schiffs-Capitaine D. Chur-
*) Auch auf Bryant Edwards Karte von Weſtindien, und nachihm auf der Güſſefeld’ſchen (1795), findet man die Inſel Tabago weſtlich von der Punta de la Galera auf Trinidad gezeichnet. Richtiger iſt ſie auf der Mentell’ſchen Karte duGolfe du Mexique, et des Isles Antilles angegeben. Capit. Edw. Thomſon ’s Karte The Coaſt of Guiana ... with the Is-lands of Barbados, Tabago etc. von La Rochette zuſammen-getragen, und von W. Faden 1783 herausgegeben, hat auchkeinen ſonderlichen Werth. Die beſte und vollſtändigſteKarte von dieſem Welttheile iſt wol die im J. 1775 in Ma-drid von D. Juan de la Cruz Cano y Olmedilla in 8 Blättern
|408| ruca
und Fidalgo ſetzen die Länge von der Punta dela Galera auf 54° 39′ von Cadix. Setzt man Cadix34′ 25″ in Zeit weſtlich von Paris, ſo iſt die Längevon dieſer Punta von Paris 4 St. 13′ 1″. Nach mei-nen Beobachtungen iſt die Länge des Cabo Eſie vonTabago 4 St. 11′ 10″ und nach Chabert die Pointedes Sables 4 St. 12′ 36″. So viel iſt auch gewiß, daßman von dieſer Punta de la Galera Tabago in Nord-Oſten liegen ſieht, welches auch meine und Chabert’s Beobachtung beſtätiget.
Der Spaniſche Schiffs-Capitain Churruca undder Fregatten-Capitain Fidalgo haben ſeit 1792 eineäußerſt wichtige Arbeit in dem Meerbuſen von Me-
herausgegebene Mapa geografica de America meridional, welche W. Faden ihrer Seltenheit wegen in ſechs Blät-tern London 1799 nachgeſtochen hat. Bey oben ange-führtem Werke des Span. Miſſionärs Caulin befindet ſichauch eine, von Luis de Surville 1778 zu Madrid, nach denKarten der Gränz-Commiſſion, geſtochene Karte, welcheviel innern Detail, beſonders über den Lauf des Oronoco-Fluſſes enthält. Caulin konnte auch hierüber ſehr unter-richtet ſeyn, da er die Berichte der Spaniſchen Gränz-Com-miſſion benutzen konnte, und ſelbſt von dieſen Gegendenviele Karten aufgenommen hat. So eben zeigt mir Chr. A.Fiſcher in Dresden an, daß auf einen Befehl zum Behufder Marine in dem bekannten Depoſito hydrografico beydem Buchhändler Aguilera (ehedem Aguirre ) erſchienenſey: Tres Cartas esféricas, que comprehenden las Islas An-tillas, las de St. Domingo, Jamayca, Cuba, Canales viejo ynuevo de Bahama; y las coſtas de todo el Seno Mexicano. Wir hoffen, unſern Leſern bald ein vollſtändiges Karten-Verzeichniß dieſes ſchätzbaren Depots Spaniſcher Kartenmitzutheilen, welche man nicht mit den Machwerken ei-nes Lopez verwechſeln darf. v. Z.
|409| xico unternommen. *) Nachdem ſie gemeinſchaftlichmit fünf Engliſchen Chronometern, vielen Theodo-liten, großen Quadranten von Ramsden, den erſtenMeridian vom Span. Amerika auf dem Schloß S. An-dre de Puerto Espanna de la Trinidád gezogen hatten,ſo übernahm Fidalgo, die ganze Küſte des feſten Lan-des bis Carthagena zu beſtimmen, wo er ſich gegen-wärtig noch befindet: Churruca hingegen befuhr alleKüſten der Inſeln. Der Krieg hat dieſe Operationenunterbrochen, welche, wie man mich verſichert hat,bey weiten die Genauigkeit der Arbeiten des Tofinno übertreffen ſoll. Ich habe zufälligerweiſe meine be-obachteten Längen mit denen des Capit. Fidalgo ver-gleichen können. Auf einer, in den Händen deshieſigen Gouverneurs befindlichen Karte des Meer-buſens von Cariaco fand ich die Meridian-Differenzzwiſchen Cumana und Puerto Espanna 2° 41′ 25″.Meine Längenbeſtimmung von Cumana zum Grundegelegt, finde ich weſtliche Länge des Süd-Amerika-niſchen erſten Meridians von Paris 4 St. 15′ 18″.Man hat nachher ein Blatt Papier gefunden, auf wel-chem Fidalgo bemerkt hatte, daß die Punta de la Ga-lera 55° 16′ 32″ weſtl. von Cadix ſey, und daß vondieſer Punta bis Puerto Espanna noch 37′ 32″ wä-ren. Nehmen wir nun Cadix 34′ 25″ in Zeit vonParis an, ſo hätte Fidalgo die Länge dieſes Spaniſch-Amerikaniſchen erſten Meridians 4 St. 15′ 31″ weſt-lich von Paris gefunden, welches nur 13″ von mei-ner Beſtimmung abweicht.

*) Etwas von dieſer merkwürdigen und verdienſtlichen Arbeithaben wir im II B. unſerer A. G. E. S. 393 f. wo auch Beſtim-mungen auf der Küſte v. Caracas vorkommen, mitgetheilt. v. Z.
|410| Wie ſoll ich Ihnen die Reinheit, die Schönheitund die Pracht unſeres hieſigen Himmels beſchrei-ben, wo ich oft beym Schein der Venus den Vernier meines kleinen Sextanten mit der Loupe ableſe? DieVenus ſpielt hier die Rolle eines Mondes. *) Sie hatgroße und leuchtende Höfe (Hallo) von zwey Gradim Durchmeſſer, mit den ſchönſten Regenbogen-Far-ben, ſelbſt wenn die Luft vollkommen rein und derHimmel ganz blau iſt. Ich glaube, daß gerade hierder geſtirnte Himmel das ſchönſte und prächtigſteSchauſpiel gewährt. Denn weiter nach dem Aequator hin verliert man ſchon die ſchönen nördlichen Geſtirneaus dem Geſichte. Indeſſen hat auch der ſüdlicheSternhimmel ſeine eigene Schönheit. **) Der Schütz,
*) Unter den Wendekreiſen ſoll es nichts ſeltenes ſeyn, dieVenus, und ſelbſt Sterne, wie Sirius und Canopus, beyhell lichtem Tage zu ſehen. (Hiſtoire des Voyages Tom.XLVI p. 112). Dies erzählt auch Bruce in ſeiner Reiſe von Abyſſinien, und Thierry de Menonville ſahe die Venus imMeerbuſen von Mexico bey hellem Sonnenſchein am Him-mel glänzen. (Traité de la culture du Nopal, et de l’Educa-tion de la Cochenille precedé d’un voyage à Guaxaca. Paris1787 p. 47.) v. Z. **) Es wäre ſehr zu wünſchen, daß von Humboldt ſeine Auf-merkſamkeit auf die räthſelhaften ſchwarz-dunkeln Fleckenam ſüdlichen Himmel, beym Kreuz und in der Karls-Eiche, welche die Engländer den großen und kleinen Koh-lenſack (Coalbag) nennen, richten möchte. La Caille glaubt(Mem. de l’Acad 1755 p. 199) dieſe Flecken erſcheinenbloß deswegen ſo dunkel, weil ſie von einem Theile derweißlichen und lebhaften Milchſtraße umſchloſſen werden. Reinhold Forſter ’n, der dieſe Flecken auf ſeiner Reiſe mit
|411| die ſüdliche Krone, das ſüdliche Kreuz, der ſüdlicheTriangel, der Altar, haben doch auch ſehr ſchöneSterne; und der Centaur kann mit ſeiner prächtigenSterngruppe es mit unſerm Orion wohl aufnehmen,den ich hier auf einer Höhe beobachte, die mich ge-waltig ächzen und ſchwitzen macht.
Eine andere ſehr merkwürdige und wunderbareErſcheinung, welche ich gleich den zweyten Tagnach meiner Ankunft beobachtet habe, ſind die at-mosphäriſchen Ebben und Fluthen. Sie kennen dieAbhandlung Francis Balfour’s und John Farguhar’s im IV Bande der Aſiatic Reſearches. Dieſe Luft-Flu-then ſind hier noch regelmäßiger als in Bengalen,und nach ganz andern Geſetzen. *) Der Barometer
Cook geſehen hat, befriedigte dieſe Erklärung nicht. (Aſtr.J. B. 1790 S. 257). In Freylingshauſen’s neuerer Geſchichteder Miſſions-Anſtalten werden dieſe Flecken auch erwähnt;allein alles, was wir bisher davon wiſſen und erfahren ha-ben, iſt noch ſehr unbeſtimmt und ungewiß. v. Z. *) Auch De Lamanon hat auf ſeiner Reiſe mit La Pérouſe dieſe merkwürdigen Luft-Fluthen unter dem Aequator,von 1° nördl. bis 1° ſüdl. Breite, mit einem Nairne’ſchen See-Barometer von Stunde zu Stunde beobachtet. Schonvom 11 Grade nördl. Breite an bemerkte er dieſes regel-mäßige Steigen und Fallen des Barometers, deſſen höchſterStand immer gegen Mittag war. Schade, daß v. Humboldt die Größe dieſer Barometer-Veränderungen nicht angibt.Da dieſer Gegenſtand noch wenig bekannt iſt, und um ihnmit Humboldt ’s Beobachtung zu vergleichen, ſetzen wirden Gang dieſes Barometers unter dem Aequator aus La-manon’s Tagebuche im Auszuge hierher: (Voyage de la Pé-rouſe Tom. IV p. 289).
|412| iſt in immerwährender Bewegung. Das Queckſilberſinkt von 9 Uhr des Morgens bis 4 Uhr Nachmittags.
  • UULin.
    • 28 Sept.1785
      • von 4 bis 10 M geſtiegen 1,9
      • — 10 — 4 A gefallen 1,2
      • — 4 — 10 A geſtiegen 0,9
    • 29 Sept.
      • — 10 — 4 M gefallen 1,3
      • — 4 — 10 — geſtiegen 1,5
      • — 10 — 4 A gefallen 1,3
      • — 4 — 10 — geſtiegen 1,0
    • 30 Sept.
      • — 10 — 4 M gefallen 1,7
      • — 4 — 10 — geſtiegen 1,4
      • — 10 — 4 A gefallen 1,4
      • — 4 — 10 — geſtiegen 1,0
    • 1 Octob. — 10 — 4 M gefallen 0,8

Die Scale des Barometers waren Engliſche Zolle. De Lama-non beobachtete zugleich Thermometer und Hygrometer.Die Ebbe und Fluth der Luft unter dem Aequator ver-urſacht demnach eine Höhen-Aenderung des Barometers von1, 2 Engliſchen Linien, welches ein Steigen und Fallen derAtmoſphäre von 100 Fuß vorausſetzt. La Place berechnetin ſeiner Mécanique céleſte Tom II p. 296 dieſe Wirkungim Aequator (die Sonne und der Mond in ihren mittlernEntfernungen, und in ☌, oder in ☍) nur zu 0,0006305 ei-nes Meter, das iſt 0,279498 einer Pariſer Linie. Zur Zeitder Lamanon’ſchen Beobachtungen war der Mond im letz-ten Viertel, und die Sonne beynahe im Aequator. Man hatlängſt bemerkt, daß unter den Wendekreiſen der Barome-terſtand größer im Neu- und Vollmond, als in den Monds-Vierteln iſt. Lamanon wollte auf einer Inſel mit einem vielempfindlicheren Barometer dieſe Beobachtungen wiederho-len; es iſt ſehr zu bedauern, daß ſie wahrſcheinlich mitdieſer ſo vortrefflich ausgerüſteten Expedition umgekom-men ſind. Deſto erwünſchter werden uns v. Humboldt ’sBeobachtungen ſeyn, und da er ſeine Reiſe bis jenſeits desIſthmus an der öſtlichen Küſte von Amerika fortzuſetzengedenket, ſo wird er auch dieſen Punct erörtern können,ob, wie man bisher verſichert hat, der Barometerſtand aufder weſtlichen Küſte von Amerika um einen Zoll höher,als auf der öſtlichen ſey. v. Z.
|413| Von da an ſteigt es wieder bis um 11 Uhr; es fälltnochmahls bis 4 oder 4\( \frac{1}{2} \) Uhr, und ſteigt alsdann wie-der bis 9 Uhr. Die Witterung mag dabey ſeyn, wel-che es will; Regen, Wind, Sturm, Gewitter, derMond, u. ſ. w. nichts ſtört dieſen Gang. Es gibt alſo vier Fluthen in 24 Stunden in der Luft; die nächt-lichen ſind die kürzeſten. Der Barometerſtand iſt dreyStunden vor und eilf Stunden nach dem Durchgangeder Sonne durch den Meridian der höchſte. Es ſcheintdemnach, daß nur die Sonne auf dieſen Gang Ein-fluß hat. Aber die Regelmäßigkeit deſſelben iſt ſopünctlich, daß eine Viertelſtunde nach neun Uhr dasQueckſilber ſchon um 0,15 einer Linie geſunken iſt.Ich habe ſchon viele Hunderte ſolcher Beobachtungengeſammelt, und werde noch mehrere Tauſende zu-ſammen bringen; der größte Unterſchied zwiſchendem mittlern Maximum und Minimum dieſes Barome-terſtandes geht nicht über 1,7 Linie. Auch habe ichnoch nicht bemerkt, daß Erdbeben das Barometerafficiren. Aber der Mond hat hier eine augenſchein-liche Kraft, die Wolken zu zerſtreuen. Grüßen Sie herzlich unſern Freund Blumenbach. O! wie oft denke ich an ihn, wenn ich die merkwür-digen Schätze der Natur vor mir ausgebreitet ſehe.Sagen Sie ihm, daß die Geologie dieſes Landes äu-ßerſt intereſſant iſt. Berge von Schiſte micacé, vonBaſalt, von Gyps, von Gemma-Salz. Viel Schwe-fel und Petroleum, welches mit großer Gewalt ausſehr kleinen Oeffnungen hervorquillt, und die auchunter dem Waſſer Luft ausſpeyen, und wahrſchein-lich die Urſache der ſehr häufigen Erdbeben ſind.Die ganze hieſige Stadt liegt unter dem Schutt. Das |414| große Erdbeben von Cumana war das Signal zu jenemvon Quito im J. 1797, *) wo 16000 Seelen umkamen,und wo der Vulkan Tonguragua mehr warm Waſſerund Koth (terre pateuſe) als Lava auswarf. Alſo einVulkan, durch welchen die Natur die Neptuniſten mit den Vulkaniſten ausſöhnen und vereinigen will!Wir ſind hier mit Tigern und Krokodilen (Alliga-tor) umgeben, die ſich gar nicht geniren, auch nichtekel ſind, und einen weißen, ſo wie einen ſchwar-zen Mann für einen gleich guten Biſſen halten. **)
*) Der 4 Febr. war dieſer ſchreckliche Tag, wo ein Landſtrichvon 20 Spaniſchen Meilen in der Länge, und 40 in derBreite mit fünf anſehnlichen Ortſchaften ganz zu Grundegerichtet wurde. Riobamba, nach Quito und Cuença, dieanſehnlichſte Stadt in Peru, und wegen ihrer Tuch-Manu-facturen berühmt, wurde total zerſtört. — Condamine trafda 1738 einen hundertjährigen Greis an, der ſich des fürch-terlichen Ausbruches des Tonguragua im J. 1641 noch er-innerte, und ihm verſchiedene Umſtände von dieſer ſchreck-lichen Begebenheit erzählte. Beſchreibungen dieſer, alleVorſtellung überſteigenden Wirkungen dieſer fürchterlichenErſchütterungen, bey welchen alle Elemente im wüthen-den Kampfe gegen einander begriffen ſcheinen, kann man inDon George Juan und Don. Ant. de Ulloa ’s Reiſe nach Süd-Amerika leſen. v. Z. **) Abbate Gilii erzählt im oben angeführten Werke, welch’ein unternehmendes, gefährliches, und ſo häufig und ge-mein, wie die Wölfe in Europa, anzutreffendes Thier, derTiger in daſiger Gegend ſey. Die Bewohner des Oronoco ſind der Meinung, (welches Gilii indeſſen da hingeſtelltſeyn läßt) daß, wenn ein Tiger (Felis onca; Jaguar)bey Nachtzeit in eine Hütte kommt, wo mehrere Perſonenbeyſammen ſchlafen, er immer zuerſt den ſchwächſten
|415| Sie geben auch an Größe den Afrikaniſchen Raub-thieren nichts nach. Und — welches Pflanzenreich!wahre organiſirte Coloſſe. Ein Ceiba, *) aus wel-chem man vier Canots macht! Melden Sie doch auchdem Hofrath Blumenbach, daß in dieſer Provinz(Neu-Andaluſien) ein Mann lebt, der ſo viel Milchhat, daß, da ſeine Frau ihr Kind nicht ſelbſt ſtillenkann, er ſolches ſeit fünf Monaten ganz allein thut. **)
wählt. Sind Spanier, Neger und Indier beyſammen, ſofängt er mit dem letzten an. Sind aber nur die beyden er-ſten da, ſo iſt die Reihe an dem Neger. An den Spanier,als den muthigſten, wagt ſich der Tiger zuletzt. Man er-zählt davon viele ſonderbare Beyſpiele. Ein ſolches Thierſchleppt mit großer Leichtigkeit ein Pferd bis in ſeine Höhle. Gilii hörte des Nachts in dem Dorfe, wo er wohnte, vonallen Seiten ihr Geheul. Auf ſeinen Reiſen ſind ſie oft aufeiner Entfernung eines Steinwurfes vor ihm vorbeyge-gangen. v. Z. *) Ceiba (Bombax ceiba; Käſebaum?) iſt eine Pflanze oderStaude, welche zu dem Malven-Geſchlecht gehört und dasMittel zwiſchen dem Geranium und der Caperſtaude hält;er iſt nicht ſo dick, wie der Baobab, welcher wahrſchein-lich die dickeſte Pflanze auf der Welt iſt, und öfters über25 Fuß im Durchmeſſer hält. Seine Höhe geht nicht über60, 70 Fuß; aber der Ceiba iſt vielleicht die höchſte Pflanzeder alten und neuen Welt, und übertrifft an Höhe alle be-kannte Bäume. Adanſon erzählt (Famille des Plantes.Paris 1763 II Part. p. 390) daß er Ceibas geſehen habe,welche mehr als 120 Fuß Höhe hatten. v. Z. **) Das Wunderbare und Außerordentliche ſcheint in dieſemWelttheile in allen Reichen der Natur Statt zu finden. Soſchreibt Fiſcher aus Dresden, daß in dem neueſten Heft der Miſcelanea inſtructiva y curioſa (A. G. E. III B. S. 414)
|416| Seine Milch unterſcheidet ſich auch im geringſtennicht von Frauenmilch. Die Böcke der Alten gabenauch Milch.
Nehmen Sie das, was ich Ihnen ſchicke, gütig auf,und haben Sie beſonders Nachſicht mit meinen aſtrono-miſchen Arbeiten. Bedenken Sie, daß dies nur einNebenzweck meiner Reiſe iſt, daß ich ein Anfängerin der Aſtronomie bin, und erſt ſeit zwey Jahren mitInſtrumenten umzugehen gelernt habe; daß ich dieſeReiſe auf eigene Koſten unternommen habe, und daßeine ſolche von einem einzelnen, nichts weniger alsreichen Particulier zum eigenen Vergnügen und Un-terricht unternommene Expedition gar nicht mit ſol-chen verglichen werden darf, welche auf Befehl undKoſten von Regierungen königlich ausgerüſtet, undwozu ganze Geſellſchaften von Gelehrten vereinigetwerden, um Unterſuchungen in allen Fächern derWiſſenſchaften anzuſtellen. Freylich hätte ich mir,um etwas großes in der Aſtronomie und Geographieauszurichten, unſern Freund Burckhardt zum Reiſe-gefährten gewünſcht, allein da hätte er auch mit beſ-ſern und größern Inſtrumenten, wie die meinigen,verſehen werden müſſen. Im December gedenke ich mit dem Capuciner-Miſſionar Juan Gonzalez nach den Miſſionen *) von
ein merkwürdiger Aufſatz ſteht, welcher von einem armlo-ſen Menſchen in Neu-Granada Nachricht gibt, der ſich mitden Füßen friſirt, balbirt, anzieht, nähet, Violine ſpieltu. ſ. w. (Se peyna con los pies, ſe afeyta, ſe viſte, ſe coſe,toca el violin etc.) v. Z. *) Der Strich, in welchem die Capuziner ihre Miſſionen ha-
|417| Oronoco und Rio negro abzureiſen. Wir werdenvon da bis jenſeits des Aequators in das innere unbe-kannte Land von Süd-Amerika einzudringen verſu-chen. Im Frühjahr bin ich wieder zurück, danngehe ich nach Havanna, von da nach Quito, Mexi-co. ... Wundern Sie ſich nicht, wenn mehreremeiner Briefe Wiederholungen enthalten werden.Da man hier zu Lande rechnet, daß auf vier Briefe,die man nach Europa ſchickt, drey verloren gehen,ſo muß man das, was man ſeinen Freunden bekanntmachen will, öfter wiederholen. Grüßen Sie alleunſere guten Freunde in Europa, und antworten Siemir auf dem Ihnen angezeigten Wege; ſo lange ichin Süd-Amerika bleibe, erhalte ich Ihre Briefe ge-wiß. ...
Cumana, den 17 Novbr. 1799. Ich eröffne dieſen Brief wieder, weil ich es nichtgewagt habe, ihn der Brigantine von Cadix mitzuge-ben, und weil wir den Spaniſchen Courier erwarte-ten. Wir haben aber zwey Monate vergeblich aufihn gewartet; endlich iſt er angekommen, und icheile, Ihnen noch einige Nachrichten mitzutheilen.Ich bin eben von einer ſehr beſchwerlichen, aber
ben, iſt wegen der ſchönen Waldungen, Berge und Wieſender fruchtbarſte von ganz Caribana. Daher iſt er auch weitmehr bevölkert und geſünder als die andern Gegenden.Die unfruchtbarſten und ungeſundeſten hingegen ſind die,wo die Jeſuiten ihre Niederlaſſungen hatten. Das großeLand, welches beynahe ganz von dem Oronoco umgebenwird, war bis in das J. 1733 mehrentheils noch ganz unbe-kannt. v. Z.
|418| über alle Maße intereſſanten Reiſe ins Innere von Paria zurückgekommen. Wir waren in den hohenCordilleren von Tumiriquiri, von Cocollar, und von Guanaguana, welche von Chaymas- und Guaraunos-Indiern *) bewohnt werden. Wir haben herrlicheund vergnügte Tage im Capuziner-Kloſter Caripe, imMittelpuncte der Miſſionen, zugebracht. Wir habendie berühmte Höhle von Guacharo durchlaufen, wel-che von Millionen Nacht-Vögeln bewohnt wird(eine neue Gattung von Caprimulgus, Ziegenmelker).Nichts gleicht dem majeſtätiſchen Eingange dieſer
*) Gilii erzählt auch von einer bloß aus Weibern be-ſtehenden Nation. Als er einſt die Quaquis-Indier nachden anderen Völkern befragte, die am Fluß Cuccivero ſichaufhalten, ſo nannten ſie unter verſchiedenen auch dieſesWeiber-Volk. Gilii erſtaunte; ein Volk von bloßen Wei-bern, wie iſt das möglich! Der Indier verſicherte ihn hier-auf, daß es wirklich ſo ſey, und ſetzte hinzu, ſie wärenäußerſt kriegeriſch, und anſtatt daß andere Weiber Baum-wolle ſpännen, beſchäftigten ſie ſich bloß mit Verferti-gung der Waffen. Einmahl des Jahrs erlaubten ſie denMännern, die neben ihnen wohnten, und von der Nationder Vochearis wären, ſie zu beſuchen; ſobald ſie ſich nunſchwanger befänden, beſchenkten ſie die Männer mit Waf-fen und ſchickten ſie wieder fort. Bey der Entbindung töd-teten ſie die männlichen Kinder, und erzögen die Töchter.Eben dieſe Erzählung mit noch vielen anderen Umſtändenhörte Gilii öfters von mehrern Indianern wiederholen, undimmer bezeichnete man ihm die nämliche Gegend, die man Condamine als den Wohnort der Amazonen angezeigt hatte. Sit fides penes Auctorem; wir wünſchen, wenn es ein ſol-ches Weiber-Volk wirklich gibt, daß von Humboldt ihrDaſeyn beſtätigen, aber doch ja nicht unter daſſelbe ge-rathen möge. v. Z.
|419| Höhle, die durch Palmen, Pothos, Ypomeen u. ſ. f.beſchattet wird. Wir haben ſeit unſerem hieſigenAufenthalte in dieſer Provinz über 1600 Pflanzen ge-trocknet, gegen 600 größtentheils neue, unbekannteund kryptogamiſche beſchrieben, und die ſchönſtenMuſcheln und Inſecten geſammelt. Ich habe mehrals 60 Zeichnungen von Pflanzen und über die Anatomia comparata der See-Muſcheln gemacht.Wir haben den Berthoud’iſchen Chronometer, den Ramsden’- und Troughton’ſchen Sextanten bis jen-ſeits des Guarapiche mit uns geführt. Ich habe dieLänge und Breite von mehr als 15 Ortſchaften be-ſtimmt, welche einſt zu Fixpuncten einer Karte vomInnern des Landes werden dienen können. Ich habemit dem Barometer die Cordilleren gemeſſen. Derhöchſte Theil iſt Kalkſtein, und hat nur eine Höhe von2244 Varas Caſiillanas = 976 Franz. Toiſen; abermehr gegen Weſten, nach Avila zu, gibt es Bergegegen 1600 Toiſen hoch, welche dieſe Cordilleren mitdenen von St. Martha und Quito verbinden.
Ungeachtet der drückenden und faſt unausſteh-lichen Hitze in dieſem Monate habe ich dennoch den28 Octobr. die Sonnen-Finſterniß beobachtet. Den-ſelben Tag habe ich correſpondirende Sonnen-Höhenmit dem Bird’ſchen Quadr. genommen, die ich Ihnen,wenn Sie meine Rechnungen durchſehen und be-richtigen wollen *), hierher ſetze. Ich habe mir aber
*) Es iſt vortrefflich, ſehr lobenswerth und allen Reiſen-den nicht genug zu empfehlen, daß ſie von allen ihrenBeobachtungen die Originalien und die erſten Elementeangeben mögen, damit man ſolche nachrechnen und be-
|420| bey dieſen Beobachtungen das Geſicht ſo verbrannt,daß ich zwey Tage das Bette hüten und zu Arz-neyen Zuflucht nehmen mußte. Die Augen leidengewaltig, und werden durch das kalkſteinige undſchneeweiße Terrain ganz zu Grunde gerichtet. Dasden Sonnen Strahlen ausgeſetzte Metall der Inſtru-mente erhitzt ſich bis zum 41 Grade des Reaumur’-ſchen Thermometers.
Correſpondirende Sonnen-Höhen den 28 Octob. 1799in Cumana genommen.
Zeit d. UhrVormitt. Zenith Diſt.der ☉ Zeit d. UhrNachmitt. geſchloßn.Mittag Der Collimations-Fehlerdes Quadr. iſt 8′ 40″, dieman zu allen beobachte-ten Zenith-Diſtanzen hin-zuſetzen muß.
23U 1′ 16″ 67° 33′ 50″ 7U 34′ 55″ 3U 18′ 5,″5
2 45 67 12 55 33 26 5, 5
3 37 67 1 0 32 35 6, 0
4 32 66 48 10 31 40 6, 0
5 58 66 28 5 30 14 6, 0
8 24 65 54 30 27 48 6, 0
9 56 65 33 20 26 15 5, 5
13 35 64 43 0 22 36 5, 5
18 56 63 29 30 17 16 6, 0
20 2 63 13 45 16 12 7, 0

richtigen könne. So haben wir z. B. obige Beob. ſehr ge-nau reducirt, und etwas verſchiedene Angaben gefunden.Aus den correſp. Sonnen-Höhen, mit Ausſchluß der letzten,folgt nach unſerer Rechnung der wahre Mittag am Chro-nometer 3 U 18′ 10,″4. Daher eilte der Chr. vor; in mitt-lerer Zeit von Cumana 3 U 34′ 15,″4; und nach allen Re-ductionen muß das beobachtete Ende der Finſterniß um2 U 14′ 23,″4 m. Z. angeſetzt werden. Dieſe Sonnen-Fin-ſterniß war in Europa nicht ſichtbar, ſo daß ſichhierzu keine correſpondirende Beobachtung, (es ſey dennirgend an einem in Amerika genau beſtimmten Orte) findenwird. Sie iſt inzwiſchen ſchon in Rechnung genommen,und muß einſtweilen mit den bloßen Sonnen- und Monds-Tafeln verglichen werden; der Fehler der letzten war aufEuropäiſchen Sternwarten nicht auszumitteln; daher manſich indeſſen mit dieſem, der Sonnen-Tafeln, wirdbegnügen müſſen. Das Reſultat hoffen wir in unſeremnächſten Hefte angeben zu können. v. Z.
|421| Aus dieſen Beobachtungen folgerte ich den wah-ren Mittag um 3 U 18′ 11,″8 oder mein Chronometereilte vor der mittleren Cumaner Sonnen-Zeit 3 U 34′16,″8. Das Ende der Sonnen-Finſterniß beobachteteich an der Zeit meines Chron. um 5 U 48′ 37″. Wennich nun den Gang des Chronom. von Mittag bis zurZeit der Beobachtung in Rechnung nehme, ſo ereig-nete ſich das Ende der Sonnen-Finſterniß in Cumanaum 2 U 14′ 22″ mittler Zeit. Ich habe auch wäh-rend der Verfinſterung verſchiedene Azimuth- undHöhen-Unterſchiede durch Beobachtung der Hör-ner am Faden-Kreuz genommen, aber noch nichtreducirt. Den 7 Novbr. habe ich eine gute Beobachtungeiner Verfinſterung des II Jupiters-Trabanten ge-habt. Ich ſah den Eintritt mit dem 95mahl ver-größerenden Dollond um 11 U 41′ 18,″5 wahre Zeit.Vielleicht können Sie in Europa eine correſpondi-rende dazu finden *). Wenn Sie einen Blick auf mein letztes Werk, die unterirdiſche Méteorologie, geworfen haben, ſo wer-den Sie bemerkt haben, daß die Temperatur des In-
*) Aſtronomen, welche dieſe Beobachtung zu machen ſoglücklich waren, werden hiermit gehorſamſt darum gebe-ten. Indeſſen haben wir ſie mit der aus De Lambre’s Ta-feln berechneten verglichen; dieß gäbe Länge von Cumana 4 St 25′ 25,″5, welches ſich beträchtlich, und zwar 38\( \frac{1}{2} \) Zeit-Secunde, von der chronometriſchen Länge entfernt. Doches iſt bekannt, daß ♃ Satelliten-Verfinſterungen, beſon-ders des zweyten, keine ſonderliche Sicherheit gewähren,zumahl bey einer einzelnen Beobachtung derſelben. v. Z.
|422| neren unſeres Erdballs ein höchſt intereſſantes Pro-blem iſt. Hier unter dem 10 Grade der Breite iſt dieſeTemperatur, in einer Tiefe von 340 Toiſen, 15,°2nach Réaumur’s Thermometer. Meine meteorolog. In-ſtrumente ſind mit denen der Pariſer National-Stern-warte verglichen und darauf reducirt worden. AmMeeres-Spiegel ſteigt der Thermometer im Schatten,in der wärmſten Jahreszeit, nicht über 26° R. er iſt faſtimmer 19° bis 22° *). Auch haben wir alle Tage,zwey Stunden nach der Culmination der Sonne, wenndie Hitze ihr Größtes erreicht hat, ein Gewitter, undneun Stunden lang Blitzen und Wetterleuchten. Einwahrhaft vulkaniſches Clima!
Wir haben hier den 4 Novbr. ein ſehr heftigesErdbeben gehabt. Zum Glücke hat es keinen großenSchaden angerichtet. Ich habe mit Verwunderungbemerkt, daß ſich die magnetiſche Neigung währenddieſes Ereigniſſes um 1,°1 vermindert hat. Es ſindnoch einige Erdſtöße nachgefolgt, und den 12 Nov.haben wir ein wahres Feuerwerk gehabt. GroßeFeuerbälle haben von 2 bis 5 Uhr des Morgens un-
*) Das Jahr wird in dieſer Weltgegend in zwey Theile ge-theilt. Man nennt die Zeit von Johannis bis WeihnachtenWinter; der Sommer wird von Weihnachten bis Johannisgerechnet. In dieſem ſogenannten Winter ſteigt nach Loeff-ling das Thermometer zwiſchen 21° — 24° Réaumur, imSommer innerhalb der Häuſer 24° — 26° R. Wenn die Sonneim Scheitel von Cumana ſteht, ſo iſt beſonders zwiſchen 9und 5 Uhr die Hitze ſo ſtark, daß ſie für Menſchen, Thiereund Gewächſe unerträglich ſeyn würde, wenn die Luftnicht von beſtändigem Oſtwinde und von dem um dieſeJahreszeit anhaltenden Regen abgekühlt würde. v. Z.
|423| aufhörlich den Luftkreis durchkreuzt; ſie warfenFeuerbüſchel (Gerbes de feu) von 2 Grad im Durch-meſſer. Der öſtliche Theil der Provinz von Neu-An-daluſien iſt mit kleinen feuerſpeyenden Bergen ganzangefüllt; ſie werfen warm Waſſer, Schwefel, Hy-drogene ſulphureux und Petroleum aus. Unter den Guaigueries-Indianern geht die Sage, daß der großeMeerbuſen von Cariaco, wenig Jahre vor der Ent-deckung dieſer Küſte von den Spaniern, durch dieWirkung eines fürchterlichen Erdbebens entſtandenſey. In einem Theile dieſes Meerbuſens hat das See-Waſſer eine Wärme von 40° Réaum.
Meine bisher an den Borda’ſchen Bouſſolen an-geſtellten magnetiſchen Beobachtungen geben mir fol-gende Reſultate. 1) Die magnetiſche Kraft, oder dieZahl der Nadel-Schwingungen kann zunehmen, mitt-lerweile die Neigung derſelben abnimmt. 2) Die Nei-gung nimmt ſehr ſchnell ab, ſüdlich vom 37 Gradenördl. Breite. 3) Die Neigung unter demſelben Pa-rallel iſt viel größer gegen Weſten, als gegen Oſten.4) Näher am Aequator wird die Neigung mehr durchdie kleineren Erhöhungen über dem Meeres-Spiegelafficirt. 5) Auf dem feſten Lande wird die Neigung in ihrer progreſſiven Abnahme mehr als die magne-tiſche Abweichung der Nadel geſtört. Da, wie ich Ihnen ſchon gemeldet habe, Briefezur See ſo häufig verloren gehen, ſo kann es geſche-hen, daß gegenwärtiger Brief Ihnen glücklich zuHänden kommt, *) mittlerweile diejenigen, welche
*) v. Humboldt ’s Brief vom 17 Novbr. 1799 aus Cumana er-hielt ich durch die königl. Preuß. Geſandtſchaft über Ma-
|424| ich nach Paris an das Bureau des Longitudes gerich-tet habe, verloren gingen. In einem ſolchen Fallebitte ich Sie daher, meine Beobachtungen dem Bu-reau gefälligſt mitzutheilen; ich habe dagegen in mei-nem Schreiben an das Bureau gebeten, daß, wennmeine Briefe an daſſelbe gelangen, Ihnen Abſchriftendavon gütigſt zu communiciren.
Ich reiſe morgen zur See nach Guayra ab, undbleibe bis in den Januar zu Caracas *). Von da geheich ins Innere des Landes, nach dem Rio Apure, Rionegro, Caciquiare. Ich werde alsdann den Oronoco
drid, den 18 Febr. 1800 in Gotha; das begleitende Schrei-ben des k. Legations-Raths Tribolet-Hardy war vom 16 Ja-nuar datirt. Humboldt ’s Brief war wahrſcheinlich ſchon ge-gen Ende Decbr. aus Süd-Amerika in Spanien angekommen,und daher nicht länger als etwa 6 Wochen zur See unterWeges. Auch Loeffling brauchte zu ſeiner Reiſe ungefähr7 Wochen. Er ſchiffte ſich den 15 Febr. 1754 in Cadix ein,und ſtieg den 11 April bey Cumana ans Land. Die Fahrtdauerte alſo 56 Tage. v. Z. *) Caracas, ſonſt auch St. Jago de Leon genannt, eine durcheine Spaniſche Handels-Compagnie ſeit 1728 berühmt ge-wordene, reiche Handelsſtadt in der zum GouvernementNeu-Grenada gelegenen Provinz Venezuela. Der Ort hatjetzt 24000 Einwohner, und durch den Fluß Guayra Verbin-dung mit der See. In ihrer Nachbarſchaft ſind ſehr beträcht-liche, und die einträglichſten Cacao-Plantagen; die Cacao-Nüſſe ſind zwar die kleinſten, aber die geſchätzteſten, ausdenen man die beſte Chocolate bereitet. Die Luft iſt ſehrgeſund. Die Franzoſen plünderten dieſen Ort 1679. DiePolhöhe von Caracas im Hauſe des Conſulats iſt 10° 30′26″ N., die Länge von Paris 72° 0′ 54″. (A. G. E. II B.S. 399). v. Z.
|425| hinabfahren und über Angoſtura *) wieder hierherkommen, um mich nach der Havanna einzuſchiffen.

*) Iſt ein enger Paß, den der Oronoco bey Guiana bildet,und wo der Gouverneur von Oronoco wohnt. Hier ſindauch gute Schanzen und eine anſehnliche Garniſon ſowolzur Beſchützung des Orts, als auch der benachbarten Capu-ziner-Miſſionen. v. Z.