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Alexander von Humboldt: „Brief des Herrn Alexander von Humboldt. Berlin den 19. Mai 1837 / Brief des Herrn Alexander vom Humbold. Potsdam den 22. October 1837“, in: ders., Sämtliche Schriften digital, herausgegeben von Oliver Lubrich und Thomas Nehrlich, Universität Bern 2021. URL: <https://humboldt.unibe.ch/text/1837-Lettre_de_M-2> [abgerufen am 03.03.2024].

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https://humboldt.unibe.ch/text/1837-Lettre_de_M-2
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Titel Brief des Herrn Alexander von Humboldt. Berlin den 19. Mai 1837 / Brief des Herrn Alexander vom Humbold. Potsdam den 22. October 1837
Jahr 1839
Ort Hamburg
Nachweis
in: Johann Friedrich Benzenberg, Die Sternschnuppen, Hamburg: Perthes, Besser und Mauke 1839, S. 207–210.
Postumer Nachdruck
Correspondance scientifique et littéraire, herausgegeben von Jean Bernard Marie Alexandre Dezos de La Roquette, Paris: Ducrocq 1865, S. 371–373, satzidentisch erneut in Correspondance inédite scientifique et littéraire, herausgegeben von Jean Bernard Marie Alexandre Dezos de La Roquette, Paris: Guérin 1869, S. 371–373.
Sprache Deutsch
Typografischer Befund Antiqua; Auszeichnung: Kursivierung, Sperrung.
Identifikation
Textnummer Druckausgabe: V.60
Dateiname: 1837-Lettre_de_M-2
Statistiken
Seitenanzahl: 4
Zeichenanzahl: 3883
Bilddigitalisate

Weitere Fassungen
Lettre de M. le baron Alexandre de Humboldt à M. Benzenberg. (Trad. de l’Allemand) (Brüssel, 1837, Französisch)
Brief des Herrn Alexander von Humboldt. Berlin den 19. Mai 1837 / Brief des Herrn Alexander vom Humbold. Potsdam den 22. October 1837 (Hamburg, 1839, Deutsch)
|207|

Brief des Herrn Alexander von Humboldt. Berlin den 19. Mai 1837.

Ich bekam im Mai 1837 folgenden Brief von Herrn Alex.von Humboldt, den ich theilweise hier mittheile. »Ihre Beobachtungen über die Sternschnuppen, wo Siedie Wissenschaft so rühmlich gefördert haben, sind mir sehrinteressant gewesen. »Es ist eben die ungeheure Schnelligkeit der Bewegung,welche mich immer bestimmt hat, die Aerolithen als kreisende,in schichtweise kreisende Massen zu betrachten. »Die kleinen Planeten liegen ja auch fast in einer Bahn. »Das Grössenverhältniss der Ceres zum Saturn, kommtvielleicht dem des grössten noch unaufgelösten, (nachher inFragmenten, wieder Monden, besonders) Aerolithen gleich. |208| »Die um die Sonne kreisenden Aerolithen mögen in be-stimmten Zonen vertheilt sein, in denen sie wie Billardkugelnhintereinander laufen, aber ipacirt, so dass der Endeknotender Bahnen nicht alle Jahr (z. B. 13. November) nothwendigSternschnuppenfälle veranlasst. »Mehrere solcher Bahnen mögen an andern Tagen,(Quetelet sagt im August) unsere Erdbahn schneiden. »Wo die Materie der Aerolithen einst ursprünglich war,ist ja wohl dieselbe Frage, als, wo war vorher die Materie,die jetzt den Mars, den Uran oder die Cometen bildet? »Der Mond und andere Satelliten können allerdings Me-teore wurfweise hergeben, aber die Frage ist ja viel allge-meiner, und wie alles was mit dem Ursprung der Dinge zu-sammenhängt, nicht zu lösen. »Die Aerolithen können sich so gut als die andern Pla-neten, aus kreisenden Dunstringen, (wie der das Zodiakallichtverursachende Dunstring) als Kern, nach mehrfachen Ab-tractionspuncten, abgesondert, geballt haben. »Warum muss diese Materie im Weltraume, die sichmannigfaltig zu Cometen, Planeten und Aerolithen balltvorher gerade im Monde gewesen sein? »Die Abtheilung in Klassen, die Herr Quetelet unterden Sternschnuppen haben will, scheint mir sehr gewagt undunbestimmt, und den Beobachtungen entgegen zu sein. »Das scheinbare stille stehen, kann ja eine Folge derRichtung sein. »Das zählen der Sternschnuppen ist sehr wichtig, undso unter den Tropen ein neues Feld. »Auch mir hatte es geschienen, als wäre unter denTropen das Phänomen häufiger, wofür bei einem kosmischenUrsprung kein klimatischer Grund sein dürfte. |209| »Wahrscheinlich war es Täuschung, die vor einem wirklichen zählen schwinden wird. »Aber das zählen erfordert einige Vorsicht.«

Brief des Herrn Alexander vom Humbold. Potsdamden 22. October 1837.

»Ihre Beobachtungen vom August und September sindmir um so erfreulicher, als sie uns recht bestimmt lehren,was viel oder wenig Sternschnuppen heissen sollen. »Wegen der periodisch wiederkehrenden Sternschnup-penfälle \( \frac{10}{11} \) Aug. 1823, \( \frac{9}{10} \) Aug. 1837, 11. — 13. Nov. 14.October 1798 und 6. Dezember 1798 ist eine solche Be-stimmung sehr wichtig, um zu Entscheiden, ob das Phä-nomen mehrere Tage ausfüllt, oder ob die Kno-ten fortrücken. »Was die historische Frage betrifft die Sie aufwerfen,so liegt ja wohl die Jdee, dass Sternschnuppen und Aeroli-then Eins sind, um die Sonne (als kleine Taschenasteroiden, planetes de poche), kreisen, ganz in Chladnys Werk. Dasperiodische Phänomen vom 13. November müsste also beivielen zugleich die specielle Anwendung auf Commetenähn-lichen, die Erdbahn schneidenden, und derselben genähertenBahnen veranlassen. »Die wichtigsten und neuesten Facta sind das Perio-dische, und Olmstedts Beobachtungen dass die Sternschnup-pen von dem Sterne kamen, gegen den die Erde sich be-wegte, viele Stunden lang ohne Parallaxe, also beweisen ma-thematisch, dass das Phänomen ausserhalb unserer At-mosphäre liegt. |210| »Ihre Beobachtungen konnten 1799 mir nicht in Cumanabekannt sein. Aber ich habe sie citirt Artikel 8 T. 1. p.524 (4to), ohnerachtet ich damals noch sehr schwankte, oballe Sternschnuppen den Meteorsteinen als cos-misch beigesellt werden könnten.«