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Alexander von Humboldt: „[Geografía de las Plantas]“, in: ders., Sämtliche Schriften digital, herausgegeben von Oliver Lubrich und Thomas Nehrlich, Universität Bern 2021. URL: <https://humboldt.unibe.ch/text/1809-Geografia_de_las-2> [abgerufen am 23.07.2024].

URL und Versionierung
Permalink:
https://humboldt.unibe.ch/text/1809-Geografia_de_las-2
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Titel [Geografía de las Plantas]
Jahr 1809
Ort Frankfurt am Main
Nachweis
in: Taschenbuch für die gesammte Mineralogie, mit Hinsicht auf die neuesten Entdeckungen 3 (1809), S. 224–226.
Sprache Deutsch
Typografischer Befund Antiqua; Auszeichnung: Kursivierung; Fußnoten mit Asterisken; Schmuck: Kapitälchen.
Identifikation
Textnummer Druckausgabe: II.72
Dateiname: 1809-Geografia_de_las-2
Statistiken
Seitenanzahl: 3
Zeichenanzahl: 3673

Weitere Fassungen
Geografía de las Plantas (Bogotá, 1809, Spanisch)
[Geografía de las Plantas] (Frankfurt am Main, 1809, Deutsch)
Ideen zu einer Geographie der Pflanzen (Wien, 1811, Deutsch)
Die Pflanzenwelt der Tropenländer (Brünn, 1819, Deutsch)
Zur geographischen Botanik (Zürich, 1847, Deutsch)
Geografia de las plantas. Prospecto (Paris, 1849, Spanisch)
|224| Humboldt *) theilt eine geognostische Ansicht derTropenländer mit, er sagt: die Natur der Gebirgs-arten ist im Ganzen unabhängig von der Breite undHöhe über der Meeresfläche, aber in einzelnen Thei-len des Erdbodens bemerkt man eine gewisse Ord-nung in der Schichtung und Lagerung, welche alsFolge eines partikulären Systems von Anziehungskräf-ten zu betrachten ist. Eben diese Betrachtung er-weiset, wie schwierig es ist etwas Allgemeines überdie geognostischen Verhältnisse der Aequatorial-Ge-genden zu sagen. Nahe am Aequator befinden sichneben einander die höchsten Gebirge der Welt, unddie niedrigsten weit ausgedehntesten Ebenen. Von0°—1°45′ südlicher Breite, und sonst nirgends aufdem Erdboden, erheben sich Berge von mehrals 5850 Meter oder 3000 Toisen Höhe, dochnehmen die Gebirgsketten gegen den Pol hin wedergleichmäßig noch sehr beträchtlich ab, dann unterdem 19ten, unter dem 45sten und 60sten Grade nörd-
*) Ideen zu einer Geographie der Pflanzen, nebst einemNaturgemälde der Tropenländer etc. Tübingen, 1807.S. 134 ff.
|225|licher Breite kennt man noch Berge von 4700 M.(2400 T.) und selbst von 5500 M. (2800 T.) Höhe.Die großen Aequatorial-Ebenen, welche sich vondem östlichen Abfalle der Andeskette längs dem Ama-zonen-Strohme bis zur brasilianischen Küste hin er-strecken, sind von 700 Seemeilen Länge, kaum 70 M.bis 200 T. über der Meeresfläche erhoben. Alle Ge-birgsarten, welche die Natur auf der Erdoberflächeverstreut hat, finden sich unter dem Aequator zusam-mengedrängt. Ihr relatives Alter und ihre Lagerungscheinen im Ganzen dieselbe, welche man in den ge-mäßigten Zonen entdeckt hat. Der glimmerarmeGranit mit großen Feldspath-Krystallen, älter alsder feinkörnige; Gneiß, Syenit, Glimmer- und Thon-schiefer sich gegenseitig unterteufend; unter denFlöz-Gebirgsarten zwei Sandstein-, zwei Gips- unddrei Kalkstein-Formationen; Basalt, Mandelstein,Grünstein, Obsidian-, Pechstein- und Perlstein-Por-phyre (die ganze problematische Trapp-Formation)auf dem höchsten Rücken der Kordillere in groteskenGruppen vereinzelt — alle diese Verhältnisse bewei-sen die geognostische Aehnlichkeit der entferntestenWeltgegenden. Merkwürdige Eigenheiten der ame-rikanischen Tropen-Region sind die ungeheure Mäch-tigkeit der Gebirgsschichten und die Höhe, zu dersie sich über die Meeresfläche erheben. In Europasteht der Granit zwischen 3300 und 4700 M. (1700und 2400 T.) überall unbedeckt zu Tage aus. In der Andeskette ist der Granit nicht sichtbar, höher als |226|3500 M. (1800 T.). Die höchsten Gebirgsstöcke derWelt bestehen bis zu ihren beeisten Gipfeln aushornblendereichen Porphyren, welche einige Geo-gnosten vom vulkanischen Feuer erzeugt, andere vondemselben nur umgebildet halten. Der Sandstein bei Huancavelica steigt bis zu einer Höhe von 4400 M.(2300 T.). Das Steinkohlenflöz bei Santa Fe findetsich 2633 M. (1352 T.) hoch über dem Meere. Diegroße Ebene von Bogota auf 2700 M. (1400 T.) Höheist mit Flözschichten von Gips und Steinsalz bedeckt.Versteinerte Seemuscheln finden sich in der Andes-kette 4200 M. hoch (in Europa nicht höher als 3500M.). Auf den Gebirgskuppen von Quito gräbt manin 2500 M. Höhe fossile Elephanten-Knochen aus. DerSandstein von Cuenca ist 1560 M., die Quarz-Forma-tion, westlich von Coxamarca, 2900 M. mächtig. Die Andeskette hat noch mehr als 50 brennende Vulkane,von denen einige 37 — 40 Seemeilen vom Meere ent-fernt liegen. Die höchsten speien nie fliessende Lavaaus, sondern verschlackte Grünstein- und Porphyr-Massen, Obsidian, Bimsstein und vorzüglich eineMenge Wasser und kohlenstoffhaltigen Letten, in wel-chem kleine Fische (Pimelodus Cyclopum) eingehülltsind.