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Titel Alexander von Humboldt’s physikalische Beobachtungen auf seiner Reise nach dem spanischen Amerika
Jahr 1800
Ort Halle
Nachweis
in: Annalen der Physik 4:4 (1800), S. 443–455.
Sprache Deutsch
Schriftart Antiqua
Identifikation
Textnummer Druckausgabe: I.89
Dateiname: 1799-Lettre_d_Alexandre-2
Statistiken
Seitenanzahl: 13
Zeichenanzahl: 17585
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Weitere Fassungen
Lettre d’Alexandre Humboldt à J.-C. Delamétherie (Paris, 1799, Französisch)
Alexander von Humboldt’s physikalische Beobachtungen auf seiner Reise nach dem spanischen Amerika (Halle, 1800, Deutsch)
Ueber den Pico de Teyde auf Teneriffa (Freiberg, 1802, Deutsch)
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Alexander von Humboldt’s phyſikaliſche Beobachtungen auf ſeinerReiſe nach dem ſpaniſchen Amerika. (Aus einem Briefe deſſelben an Delamétherie. *)


Erſt ſeit drei Tagen befinde ich mich hier auf derKüſte von Süd-Amerika, und ſchon zeigt ſich einegünſtige Gelegenheit, Ihnen, mein theurer und wür-diger Freund, mit einem Fahrzeuge, das im Be-
*) Journal de Phyſique, t. 6, p. 433. Der erſte Rei-ſeplan Herrn von Humboldt’s war, über Tri-polis zu den franzöſiſchen Phyſikern in Aegypten,und von da weiter ins innere Afrika vorzudringen;ſchon hatte er ſich, um dieſen Weg anzutreten,zwei Monate lang in Marſeille aufgehalten, als un-vorherzuſehende Umſtände dieſe Reiſe vereitelten,worüber wir uns, bei der Gefährlichkeit derſelbenfür Chriſten, unſtreitig Glück zu wünſchen haben.Seinem Vorhaben treu, die heiße Zone zu beſu-chen, wandte er ſich darauf nach Spanien, undhatte das für einen Ausländer ſo ſeltene Glück, vonder Regierung die Erlaubniß zu erhalten, Mexiko, Peru, Chili und die Philippinen zu bereiſen. Den26ſten Floreal J. 7. verließ er Madrit, um ſich in Corunna nach der Havanna und Mexiko einzuſchif-fen. Dieſen Vorſatz muß er aber ſpäterhin abge-ändert haben, da wir ihn jetzt in Cumana, einer
|444| griffe iſt, unter Segel zu gehn, in aller Eil zuſagen, daß ich mit meinen aſtronomiſchen, phy-ſikaliſchen und chemiſchen Inſtrumenten, wohl be-halten, und ohne daß ſie den geringſten Schadengenommen hätten, hier angekommen bin. Wäh-rend der Ueberfahrt habe ich fleißig Verſuche überdie chemiſche Miſchung, die Durchſichtigkeit unddie Feuchtigkeit der atmoſphäriſchen Luft, überdie Temperatur und Dichtigkeit des Meerwaſſers,die Inclination der Magnet-Nadel, und über die In-tenſität der magnetiſchen Kraft angeſtellt. Meine Ramsdenſchen und Troughtonſchen Sextanten undder Chronometer von Louis Berthoud, (ein treff-liches Inſtrument, das den Zeitunterſchied zwiſchen Paris und St. Croix auf Teneriffa zu 1 St. 14′ 25,5″gab, indeß ihn Borda 1 St. 14′ 24″ gefunden hatte,)ſetzten mich in den Stand, den Ort, wo jede dieſerBeobachtungen angeſtellt wurde, mit großer Ge-nauigkeit zu beſtimmen; welches für die magneti-ſchen Beobachtungen von Wichtigkeit iſt.
Aber wie ſoll ich Ihnen in dieſer Eil ſagen, wasich geſehn, und welchen Genuß mir der Aufenthaltauf den Canariſchen Inſeln gewährt hat. Indeß faſtallen Naturforſchern, die Indien beſucht haben,
ſpaniſchen Seeſtadt in Süd-Amerika, (dem Hauptortein Neu-Andaluſien, zwiſchen Guiana und Caracas,)finden, und er den geraden Weg dahin von Corunna über die Canariſchen Inſeln genommen zu haben,dort auch einige Zeit noch ſich erweilen zu wollenſcheint. d. H.
|445| hier kaum Zeit genug vergönnt war, bis zum Fußedes großen vulkaniſchen Koloſſes hinaufzuſteigen,und die herrlichen Gärten des Hafens von Orotava zu bewundern, hatte ich die Freude, daß ſich un-ſre Fregatte, der Pizarro, ſechs volle Tage zu Te-neriffa aufhielt. Ich habe die Gebirgsarten des Picde Teyde im Detail unterſucht, und ſeinen Gipfelin der lehrreichen Geſellſchaft des Vice-Conſulsder Republik, le Gros, beſtiegen. Er und BernardCologan haben den letzten furchtbaren Ausbruchdieſes Vulkans, am 9ten Juni 1798, mit vielem Scharf-ſinne beobachtet, und wir dürfen von ihm eine Be-ſchreibung deſſelben mit einer Karte erwarten, de-ren Skizze ich bereits im königl. botaniſchen Gar-ten zu Orotava geſehn habe. Wir ſchliefen imMondſcheine 1200 Toiſen über dem Meere, brachendann um 2 Uhr Nachts auf, und gelangten, unge-achtet des heftigen Windes, der durchdringendenKälte und der Hitze des Bodens, welche die Soh-len unſrer Stiefeln verbrannte, um 8 Uhr auf denGipfel.
Ich ſage Ihnen nichts von der majeſtätiſchen Aus-ſicht auf die vulkaniſchen Inſeln Lancerotta, Cana-ria, Gomera, die man zu ſeinen Füßen ſieht, undvon der 7 deutſche Quadrat-Meilen großen Wüſte,die ganz mit Bimsſtein und Laven bedeckt, ohneInſekt und ohne Vogel, bloß von der Viola decum-bens bewohnt iſt, und uns von den üppigen Lor-beerwäldern, den Heideflächen, und den mit Pal- |446| men, Banian- und Drachenbäumen gezierten Wein-gärten trennte, deren Fuß das Meer beſpült. Wir ſind ſelbſt in den Krater hinabgeſtiegen, dernur 40 bis 60 Fuß tief iſt. Die Spitze liegt, nach Borda’s ſehr genauer geometriſcher Meſſung, 1904Toiſen, (11424 pariſ. Fuß,) über der Meeresfläche.Ich füllte hier einige Bouteillen mit Luft, und beieiner nachmahligen ſehr genauen Zerlegung derſel-ben durch Salpetergas, deſſen Reinheit zuvor durchſchwefelſaures Eiſen geprüft war, fand ſich, daßſie nur 0,19 Sauerſtoff enthielt, ungeachtet derſehr heftige Wind Lebensluft aus den niedern Re-gionen, (wo der Sauerſtoff-Gehalt 0,278 betrug,)mit darunter gemengt haben mochte. Das gewöhn-liche Reaumüriſche Thermometer ſtand auf demGipfel auf 2°, zu Orotava zwiſchen 18 und 19°;macht für je 116° Toiſen Höhe, einen Temperatur-Unterſchied von 1°, welches mit Sauſſüre’s Be-obachtungen, der 107 Toiſen für jeden Grad ver-minderter Wärme rechnet, ganz gut zuſammenſtimmt. Der Pic de Teyde iſt ein ungeheurer Baſaltberg,der auf dichtem, neuerm Kalkſteine zu ruhenſcheint. Dieſes iſt derſelbe Kalkſtein, den man, mitvielem Feuerſtein gemiſcht, am Cap Noir in Afrika findet, der zu Cadix, in la Mancha, und in der Provence die herrſchende Gebirgsart iſt, und wor-auf auch die Baſalte von St. Loup unweit Agde unddie Baſaltkegel in Portugal ruhen. So groß iſt dieEinförmigkeit im Baue der Erde. Die Azoren, die |447| Canariſchen Inſeln und die Inſeln des grünen Vor-gebirges ſcheinen bloße Fortſetzungen der Baſalt-Formationen um Liſſabon zu ſeyn. An die Küſtenvon Teneriffa ſpülen die Wellen Geſchiebe von Gra-nit, Syenit, und granitartigem Glimmerſchiefer an,wie er auf dem Gotthardtberge und im Salzburg-ſchen vorkommt; wahrſcheinlich Gebirgsarten, wor-aus der höchſte Zug des Atlas in Afrika beſteht, derſich weſtlich nach den Küſten von Marocco zieht. Schon ſeit Jahrhunderten wirft der Krater desGipfels keine Laven mehr aus; dieſe brechen zuden Seiten des Pics hervor. Dagegen erzeugt derKrater eine ungeheure Menge Schwefel und ſchwe-felſaures Eiſen, (Vitriol). Ob ſich wohl der Schwefelhier erſt durch Zuſammenſetzung bildet, oder ob ernicht vielmehr in dem Kalkgebirge unter dem Baſalteliegt? Dieſes iſt von einerlei Art mit dem Andaluſi-ſchen Kalkgebirge, (auch mit dem von Kreczezowiz in Pohlen,) und es iſt Ihnen bekannt, daß der Kalk-ſtein und Gyps Andaluſiens, (beide gehören zu ei-nerlei Formation, da der Gyps im Kalkſteine inBänken vorkömmt,) ganz Europa mit Schwefelverſorgen könnten. Der Baſalt des Pics de Teyde enthält nicht bloßbaſaltiſche Hornblende und Olivin in Blättern undkryſtalliſirt, ſondern, beſonders gegen den Gipfelzu, auch ganze Lagen von Wernerſchem Porphyr-ſchiefer, und einer Art Obſidian-Porphyr. DerPorphyrſchieſer iſt blätterig, klingend, an denKanten halb durchſichtig, und beſteht aus einer |448| grünen, ſehr harten Grundmaſſe, welche mit demNephrit, (Jade,) verwandt iſt und glasartige Feld-ſpath-Kryſtalle enthält. Die Bimsſteine des Pics ſind durch Feuer zerſetzter Obſidian, und ihr Ur-ſprung läßt ſich keinesweges vom Feldſpathe ableiten.Ich habe viele Stücke aufgeleſen, die noch zur Hälf-te Obſidian, olivenſchwarz, und zur Hälfte faſeriger,weißer Bimsſtein waren; auch hatte ich dergleichenſchon in den Mineralien-Sammlungen zu Madrit gefunden. Mit dem neuen, von Borda erfundenen, Incli-natorio, welches Megnié in Madrit noch etwastragbarer gemacht hatte, habe ich eine große Men-ge von Beobachtungen über die Inclination der Mag-netnadel angeſtellt. Sie werden die Beobachtungengeſehn haben, die ich zugleich mit einer aſtrono-miſchen Abhandlung dem Bürger Delambre über-ſchickt habe. *)
*) Wahrſcheinlich dieſelben, welche, aus einem Brie-ſe des Herrn von Humboldt’s, in den allg. geogr.Ephemerid. des Herrn Oberſt-Wachm. von Zach, Auguſt 1799, S. 146 — 161, mitgetheilt werden.Dieſes treffliche Inclinatorium iſt, ſo viel ich weiß,noch nicht beſchrieben, daher ich im Kurzen hier-her ſetze, was Herr von Humboldt in jenemBriefe darüber ſagt. „Das Inſtrument, deſſen ichmich bediene, iſt der Inclinations-Compaß, den Borda angegeben, und le Noir für das Bureaudes Longitudes in Paris ausgeführt hat. Das Bu-reau hatte die Gefälligkeit, ihn mir bei meiner Ab-
|449| Sie werden aus dieſen Beobachtungen ſehn, daß die magnet. Kraft keinesweges den Inclinationen pro-
reiſe von Paris abzutreten. Der Azimuthal-Zir-kel hat 0,5 Mètre, (1\( \frac{1}{2} \) p. Fuß,) im Durchmeſſer; dieNadel 0,3 Mètre, (0,9 p. F.,) Länge; und die Thei-lung des ſenkrechten Kreiſes giebt, mit Hülfe derLoupe, eine Gewißheit von 5 Decimal-Minuten,(2,7 Min.). Borda betrachtete dieſes Inſtrumentals das erſte, das ſichere Inclinationen angebe, daalle übrigen, die uns ſo viel irrige Zahlen gelieferthaben, nicht genau in die wahre Ebene des magne-tiſchen Meridians geſtellt werden können. Umdieſes bei dem ſenkrechten Kreiſe des Bordaiſchen zu bewerkſtelligen, giebt es mehrere Methoden:1. Man ſucht mittelſt einer mit Dioptern verſehnenMagnetnadel Gegenſtände im Magnet-Meridianeauf, und rückt den Kaſten, der den vertikalenKreis enthält, ſo, daß man durch zwei daran be-feſtigte Dioptern dieſelben Gegenſtände wahrnimmt.2. Oder man nimmt correſpondirende Inclinations-Höhen weſtlich und öſtlich vom Magnet. Meridia-ne, und findet daraus dieſen mit Hülſe des ange-brachten Azimuthal-Kreiſes, indem die Cotangen-ten der Inclinationen, den Coſinuſſen des magneti-ſchen Azimuths der Nadel proportional wachſen.3. Oder man ſucht die kleinſte Inclination, indemman nach und nach das Inſtrument um den Azi-muthal-Zirkel dreht. 4. Oder man ſucht den Punkt,in welchem die Nadel genau vertikal ſteht; 100 De-cimal-Grad weiter, auf dem Azimuthal-Kreiſe ge-rechnet, hat man genau den magnet. Meridian.“(Denn iſt I die wahre Inclination im magnetiſchenMeridiane, i die Inclination beim magnet. Azimuth
|450| portional iſt. Das Phänomen iſt äußerſt zuſammen-geſetzt, und die magnetiſchen Anziehungskräfte
a ſo muß, da cotg. i : cotg. i′ = coſ. a : coſ. a′ iſt, cotg. i : cotg. I = coſ. a: 1, und wenn i ein rech-ter Winkel, alſo coſ. i = 0 wird, auch coſ. a = 0und a ein Quadrant ſeyn.) „Giebt dieſe letztere Me-thode nicht denſelben magnet. Meridian als die er-ſte oder dritte, ſo kann man überzeugt ſeyn, daßentweder der Compaß nicht genau horizontal ge-ſtellt iſt, oder daß beide Enden der Nadel vonungleicher Schwere ſind. Ich habe bei meinenBeobachtungen mehrere dieſer Methoden zu verbin-den geſucht, und mit Vergnügen geſehn, daß mei-ne Nadel ſo genau centrirt iſt, daß ich immer ei-nerlei Reſultat erhalte, ich mag die dritte oder dievierte der angegebenen Methoden wählen.“„Um die Stärke der magnetiſchen Kraft, d. h.ihre Intenſität, zu meſſen, bediente ich mich ehe-dem des Sauſſüriſchen Magnetometers, eines, inHinſicht des Transports, äußerſt zarten Inſtruments. Borda rieth mir, mich der Oſcillationen der Incli-nations-Nadel als eines Magnetometers zu bedie-nen, wie das ſchon auf der verunglückten See-reiſe Entrecaſteau’s geſchehn ſollte. Ich ha-be die Oſcillationen der in den Magnet-Meridiangeſtellten Nadel mit großer Sorgfalt nach einem Berthoudſchen Chronometer beobachtet. Die Oſcil-lations-Geſchwindigkeiten ſind ſo gleichförmig,daß, wenn einer die Nadel, ein andrer den Chro-nometer genau beobachtet, beide bis auf 0,2 zu-ſammen ſtimmen müſſen. Wie viele intereſſanteBeobachtungen hätte ich nicht anſtellen können,hätte ich das Magnetometer vor 2 Jahren gekannt,
|451| werden ſonderbar durch Urſachen verändert, diewahrſcheinlich nur local ſind.

als ich den gewaltigen, aus magnetiſchem Serpentinbeſtehenden, Heidberg auffand, deſſen magnetiſcheAtmoſphäre 8 Mètres, (24 p. F.,) davon noch wirk-ſam iſt, und die Polarität ohne Spur von Anziehungzeigt.“Als Commentar hierzu Folgendes. Gilt, was Coulomb durch ſeinen Windungs-Apparat von derDeclinations-Nadel bei horizontaler Drehung derſel-ben dargethan hat, ( Gren’s neues Journ. d. Phyſik. B. II, S. 299,) auch auf eine ähnliche Art von derInclinations-Nadel, und wird ſie, wenn man ſie inder Ebene des Magnet-Meridians aus der Linie derRuhe entfernt, zu dieſer durch eine Kraft zurückgetrieben, welche, ſofern ſie nach der Richtungder Ruhelinie wirkt, die Nadel gleichförmig be-ſchleunigt; ſo muß die Inclinations-Nadel genaunach den Geſetzen des Pendels ſchwingen. Beigleichen Pendellängen verhalten ſich aber die Zahlenvon Schwingungen in einerlei Zeit, wie die be-ſchleunigenden Kräfte; und in ſo fern kann dieZahl der Oſcillationen der Inclinations-Nadel diemagnetiſche Kraft meſſen. — Nouet, einer derAſtronomen, welche Bonaparte nach Aegypten be-gleiteten, iſt mit einem ganz ähnlichen BordaiſchenInclinations-Compaß von le Noir verſehn, undhat damit auf der Reiſe und in Nieder-Aegypten bis Suez viele Beobachtungen angeſtellt, welchedadurch, daß ſie mit den von Humboldtſchen cor-reſpondiren, noch intereſſanter werden, und dieich dem Leſer nächſtens mitzutheilen hoffe. d. H.
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BeobachtetſeitVendem.J. 7.zu Breite Länge a) Inclinationd. Magnetna-del nach Gra-den d. neuenKreisthei-lung. MagnetiſcheKraft, Zahlder Schwin-gungen in 1Minute.
Paris 48° 50′ 20° 0′ O. 77,15° b) 24,5
Nimes 43° 50′ 21° 59′ 72,65 24
Montpellier 43° 36′ 21° 32′ 73,20 24,5
Marſeille 43° 18′ 23° 3′ 72,40 c) 24
Perpignan 42° 42′ 20° 23′ 72,55 d) 24,8
Gironne 71,75 23,2 e)
Barcellona 41° 23′ 19° 52′ 71,80 24,5
Cambrils 71,75 24,1
Valenzia 39° 29′ 17° 29′ 70,70 23,5
Madrit 40° 25′ 13° 58′ 75,20 f) 24 g)
Ferrol 76,15 23,7
aufdemMeere 32° 16′ 2° 53′ 71,50 24 h)
26° 51′ 0° 57′ 67,00 23
14° 13′ 28° 3′ W. 55,80 23,9
13° 51′ 30° 2′ 50,15 23,4
10° 59′ 44° 31′ 46,50 23,7

a) Im Journal de Phyſique ſind dieſe Beobachtungenfehlerhaſt und mangelhaft mitgetheilt. 1. Führt beiden Beobachtungen auf dem Meere das, was ichhier als Längen aufführe, die Ueberſchrift: Breite,und umgekehrt. 2. Wird mit keinem Worte er-wähnt, wie die dort angegebenen Längen zu ver-ſtehn ſind, von Paris oder vom Ferroer Meridian ab; ich muß auf erſteres rathen, da die letzte Sta-tion bei 11° Br. 64\( \frac{1}{2} \)° L. hat, welche, von Ferro ab gerechnet, einen Ort an der mexicaniſchen Küſte hinter Portobelo bezeichnen würde, wo Herr von Humboldt offenbar nicht geweſen iſt, daher ichb) Mit dem ſehr mittelmäßigen Inclinations-Compaßauf der Pariſer National-Sternwarte fand Bou-vard die Incl. am 26ſten Vendem. 77°,96, (70°10′ der alt. Einth.) v. H. c) Sie veränderte ſich vom 10ten Brum. bis 7ten Frim.durchaus nicht, obgleich das Inſtrument ſehr häu-fig auf der Marſeiller Sternwarte beobachtet wur-de. v. H. d) Trägt etwa die Nähe der Pyrenäen dazu bei, daßdie Inclination hier ſtärker iſt, als man ſie bei derſüdlichen und weſtlichen Lage des Orts erwartenſollte? v. H. e) Eine ſehr oft wiederholte Beobachtung. Nach Ba-rometer-Beobachtungen ſcheint der Ort 132 Toiſenüber der Meeresfläche zu liegen. v. H. f) Mittelzahlen nach einer großen Zahl von Beobach-tungen. Die Berge von Guadarama enthalten vielmagnetiſches Eiſen. v. H. g) Eine genau horizontal geſtellte Magnetnadel vonderſelben Länge wie meine Inclinations-Nadel,macht zu Madrit in der Minute regelmäßig 8 Oſcil-lationen. Ich wäre neugierig, zu wiſſen, wie vielſie in Paris macht. Ich habe mir vorgenommen,hierüber mit Hülfe des Coulombſchen Apparats ge-h) Iſt es nicht ſtürmiſch, ſo laſſen ſich die Oſcilla-tionen während 1 Minute auch auf dem Meere ſehrgut beobachten. v. H.
|453| Ich habe das Meerwaſſer häufig mit einer Dol-londſchen Wage gewogen. Es wird nach dem Ae-
die dortigen Angaben auf den Ferroer Meridian reducirt habe. 3. Fehlen einige der europäiſchenBeobachtungen, die ich, (ſo wie auch folgende Be-merkungen über einige,) aus dem Briefe des Hrn.von Humboldt’s in den Allg. geogr. Eph. des Hrn. von Zach, 1799 Aug, entlehne. d. H.
|454| quator zu minder dicht; doch läßt ſich nicht daranzweifeln, daß das Minimum der Dichtigkeit nörd-lich von der Linie iſt, indem ſie von 18° 8′ Breite,nach dem Aequator hin, wieder zunimmt.
Ich bin nun dahin gelangt, die Zerlegung derLuft am Bord des Schiffs mit gleicher Leichtigkeit,als in meinem Laboratorio vorzunehmen. Einen ſchon angefangenen Aufſatz über dieſe Zerlegungen werde ich dem National-Inſtitute überſchicken, undSie werden darin finden, daß die Seeluft unter 10°30′ Breite, in den ſchönen mondhellen Nächten über0,30 Sauerſtoff enthielt. Auch über die Temperatur des Meerwaſſers habeich ſorgfältige Verſuche angeſtellt. Sie nahm aufunſrer Reiſe von 12° bis auf 20,5° zu, und betrugan der Oberfläche des Meeres
  • bei Corunna.12° R.
  • unter 35° 8′ Breite 13° —
  • 29°15° —
  • 20° 8′17° —
  • 14° 57′19° —
  • 13° 30′20,5° —
Sie wiſſen, daß die Temperatur der Luft auf dieTemperatur des Meerwaſſers nicht den mindeſten
naue Verſuche zu Quito und in Mexiko anzuſtel-len; es verſteht ſich, mit einer Nadel von gleicherLänge und Schwere. v. H.
|455| Einfluß hat; in einerlei Breite bleibt ſie währendaller Jahrszeiten dieſelbe. Aber überall, wo es Un-tiefen giebt, iſt das Meerwaſſer kalt, und ich ſahſo das Thermometer darin von 20,5° bis auf 18°ſinken. Es iſt daher in der That ein glücklicherGedanke, auf den Franklin, Jonathan Wil-liams gebracht hatte, das Thermometer zum Son-diren zu brauchen, *) und ich werde künftig ein-mahl die Fortſetzung von Williams Karte liefern.
Mein Reiſegefährte Bonpland hat ſchon eineanſehnliche Sammlung von Pflanzen zuſammenge-bracht. Unſer Haus beſteht aus Quinquina-Holz.Wir werden hier Beobachtungen über den Zitteraal,(gymnotus electricus,) anſtellen.


*) Transact. of the Americ. Soc., Vol. 3, pag. 82.