Digitale Ausgabe – Übersetzung

An Dr. B. A. Gould

Dudley Observatorium

[Aus dem Albany Argus vom 11. Januar] Eine sehr große Versammlung von Freunden und Förderern der Wissenschaften traf sich am vergangenen Freitagabend im gastfreundlichen Anwesen von Mrs. Dudley, um den berühmten Astronomen Dr. B. A. Gould willkommen zu heißen, der aus Europa zurückgekehrt war. Ziel seines Besuchs war es gewesen, Instrumente für das Dudley Observatorium zu beschaffen und die wichtigsten Sternwarten in England sowie auf dem Kontinent zu besuchen und in Augenschein zu nehmen. Mit großer Freundlichkeit und Herzlichkeit wurde er von den wichtigsten Astronomen und Wissenschaftlern aufgenommen, die alle ein lebhaftes Interesse an den Anstrengungen zeigten, welche gegenwärtig in dieser Stadt unternommen werden, um die astronomische Wissenschaft voranzubringen. Er hatte den Auftrag, ein Heliometer zu kaufen, einen Meridiankreis, ein Instrument zur Beobachtung des Durchgangs und eine Uhr. Die letzten drei sollen hier in diesem Land fertiggestellt und am kommenden 1. August ausgeliefert werden; sie werden dann über Modifizierungen, Zusätze und Verbesserungen verfügen, die sie jedem bisher gebauten Instrument überlegen machen. Der Bau des Heliometers wurde, wie wir mit Vergnügen feststellen können, der Firma Spencer & Eaton anvertraut, Landsleuten von uns aus unserem Bundesstaat, die den Sitz ihrer Firma gerade in unsere Stadt verlegen, wofür bereits die Einrichtung weitläufiger Werkstätten in Auftrag gegeben wurde, in denen jede Art von astronomischen Geräten gebaut werden kann. Gouverneur Seymour las Mrs. Dudley und der Versammlung einen langen Brief von Mr. Airey, dem Britischen Hof-Astronomen, vor; und Richter Parker einen weiteren von Baron Humboldt, den wir hier veröffentlichen dürfen: Potsdam, den 14. November 1855. An Mr. B. A. Gould: Die Notwendigkeit, die mich veranlaßte, nach Potsdam zurückzukehren, hat mich des Vergnügens beraubt, mein lieber Dr. Gould, Ihnen mitzuteilen, wie sehr unser letztes Treffen in Berlin meine Gefühle der Freundschaft und Wertschätzung wiederbelebt hat, die wir schon so lange für Sie hegen. Ich hätte Ihnen so gerne noch einige Worte zum Abschied gesagt, bevor Sie wieder in Ihr Heimatland zurückkehren, in dem wissenschaftliche Anstrengungen Jahr für Jahr so vieles erreichen, daß man es nur bewundern kann. Was einem Europäer am meisten auffällt, ist die Tatsache, daß sich jenen, die ihr Leben der Pflege der Wissenschaften widmen, bei Ihnen solche Vorbilder von herausragendem Patriotismus und edlem Freisinn an die Seite stellen. Wie sollte man gegenüber der dankbaren Öffentlichkeit nicht die Großzügigkeit von Mrs. Dudley aus Albany herausstellen, die so überaus freigebig für die Errichtung eines feinen Observatoriums für die Astronomie gespendet und es mit einem großartigen Heliometer ausgestattet hat. Da ich mich durch meine eigenen schwachen Versuche in astronomischer Geographie dem Studium der Wissenschaft verbunden fühle, der Sie sich mit so großem Erfolg widmen, erlauben Sie mir bitte, mein lieber Herr, der geschätzten Dame meine Gefühle des Dankes in Ehrerbietung auszusprechen. Versichern Sie ihr bitte, wie sehr ich der glücklichen Idee zustimme, einer Einrichtung zur Förderung der Wissenschaft den Namen und das Andenken ihrer Gönnerin hinzuzufügen. Seit Ihrer Abreise hat es mit meiner Gesundheit nicht zum besten gestanden, aber immerhin hat sie mich nicht von meinen Pflichten abgehalten. Bitte empfangen Sie selbst meine herzlichsten Grüße, und leiten Sie diese auch an unsere gemeinsamen Freunde Dr. Bache und Herrn Peters weiter. Was für ein Glück war die Rückkehr von Dr. Kane nach so vielen Leiden und edlen Leistungen! ALEXANDER HUMBOLDT.